Archiv für die Kategorie „Züchterthemen“

Bezugsquelle für Trockeneigelb

Dienstag, 1. März 2011

Hallo,
wer sein Eifutter selbst herstellen möchte, oder fertiges Eifutter noch verbessern möchte, kann dies mit Trockeneigelb tun.
Ich verwende seit einigen Monaten Trockeneigelb von diesem Lieferanten:

http://www.bechtolina.com/eisherstellung/products/Feine-Zutaten/Trockeneigelb1.html

Die Zubereitung des Eifutters

Donnerstag, 8. April 2010

Für die täglich frische Zubereitung des Weichfutters nehme ich mir besonders viel Zeit.

Als Basis dienen gequollene oder gekeimte Körner: Hafer, Nackthafer, Weizen, Gerste, Hanf, Katjang Bohnen, Darisaat, Quinoasaat.
WICHTIG: In vielen Anleitungen wird beschreiben, daß man die Körner 12 oder 24 Stunden quellen lassen soll. Das ist Unsinn. Hafer ist nach ca 4-6 Stunden bereits gesättigt. Quinoasaat bereits nach einer Stunde. Nackthafer benötigt etwa 2-3 Stunden. Eine 12-24 stündige Einweichzeit schädigt das Korn (es wird regelrecht ersäuft).
Je nach Lust und Laune (und Zeit natürlich) setze ich gleichzeitig in verschiedenen Gefäßen Saaten zum quellen/keimen an. Die Körner werden dann in verschiedenen Reifezuständen (Quellfutter/Keimfutter/Grünfutter) verfüttert. Alle paar Tage kommt eine Dose Gemüsemais mit in das Futter.

Zu den Körnern gebe ich die zerriebenen Eierschalen der gekochten Eier (verschmutze Schalen werden natürlich ausgesondert). Dann schneide oder reibe ich verschiedene frische Gemüse und Kräuter:
Petersillie, Schnittlauch, Dill, Fenchel, Stangensellerie, Knollensellerie, Lauch, Karotten, Brokkoli. Äpfel und Blumenkohl finden bei mir übrigens keine Verwendung mehr. Durch die Äpfel hatte ich immer wieder Vögel mit Durchfall. Seit ich keine Äpfel mehr füttere habe ich dieses Problem überhaupt nicht mehr. Bei der Gabe von Blumenkohl lagen immer wieder Eier unter den Sitzstangen. Sobald ich die Fütterung des Blumenkohls absetzte war der Spuk vorbei. Das ist bei mir in der Zucht so. Von anderen Zuchten weiß ich, daß Äpfel u. Blumenkohl keine Probleme machen. Aber jede Zucht ist eben anders. Außerdem verfüttere ich auch Gartenkresse, Zuccini und alles was gerade angeboten wird oder frisch ist. Wenn ein Gemüse gerade besonders teuer ist oder welk aussieht wird es nicht gekauft. Abwechslung bedeutet ja auch mal etwas nicht zu füttern. Zusätzlich gibt es noch eine Handvoll Hanf und Negersaat dazu. Ebenso füge ich der Mischung Vogelgrit und ein paar Löffel Mineralien dazu.

Zu dieser Futtermischung kommt jetzt Folgendes hinzu: Etwas Wasser mit 1-2 Eßlöffel Kräuterhefe, ein paar Tropfen Vitamin K1 oder Santalina K3, von Zeit zu Zeit ein paar Tropfen Propolis, eventuell ein paar Spritzer Vitacombex, etwas flüssiges Calcium. Die Flüssigkeiten werden verrührt und eine große Tasse Sausage Rusk wird zugegeben. Das Gemisch soll ein paar Minuten quellen. Wenn ich rote oder grüne getrocknete Paprika verfüttere lasse ich sie ein paar Minuten in dem Flüssigkeitsmix quellen bevor ich das Sausage Rusk zugebe.

Über die Körner und das Gemüse gebe ich Weizenkeimöl, Olivenöl, Sonnenblumenöl oder Leinöl.

Danach setze ich getrocknete Kräuter zu:
Oregano, Basilikum, Dillspitzen, Spitzwegerich, Löwenzahnkraut, Brennessel, Blütenpollengranulat, Rosmarin, Thymian, Pfefferminzblätter, Zinnkraut,
Ringelblume, Vogelmiere, Majoran, Salbei …

Jetzt vermenge ich alles und lasse es kurz “ziehen”

Dann kommt noch fertiges Eifutter hinzu. Die Menge richtet sich nach dem Feuchtigkeitsgehalt des Gemisches. Es soll ja nachher nicht zu trocken und nicht zu feucht sein.
Auch beim Eifutter wechsle ich die Produkte ab oder verwende mehrere Produkte gleichzeitig: Alleckwa, Sittich Animal, Orlux oder Graf Eifutter.

Am Ende rasple ich die gekochten Eier mit der Küchenreibe in das Gemisch und vermenge noch einmal alles gut.

Züchter die mich besuchten haben mich anfangs für diese aufwändige Art der Fütterung belächelt. Das hat sich dann aber schlagartig geändert, als wir die Nistkästen gemeinsam durchgesehen haben. Die vielen gesunden Babys sind eine schöne Gegenleistung für den betriebenen Aufwand. Deshalb werde ich die beschriebene Fütterung auch in Zukunft weiter betreiben und verbessern. So soll ab Sommer auch selbstangebaute Vogelmiere verfüttert werden.

Ich bereite übrigens immer soviel Futter zu, daß auch die Vögel in der Voliere noch ausreichend Weichfutter zu fressen bekommen.

Das Wasser – täglich frisch

Donnerstag, 8. April 2010

Meiner Meinung nach ist unzureichende Sauberkeit oder unregelmäßiger Wasserwechsel die häufigste Ursache für Krankheiten bei unseren Wellensittichen. Im Wasser vermehren sich Keime und Bakterien expolosionsartig. Deshalb wechsle ich das Trinkwasser täglich.
Bereits am Abend, kurz vor Abschalten der Lichtanlage werden die Trinkröhrchen entfernt, und in die Spülmaschine gegeben. So kann ich am Morgen saubere trockene und weitgehend keimfreie Trinkröhrchen neu befüllen.

Beim Wasser selbst versuche ich meinen Wellensittiche soviel als möglich Abwechslung zu bieten, verschiedene Geschmacksrichtungen sozusagen.

Fast täglich ändere ich die Zusammensetzung der Zusätze:
- Wasser mit einem Schuß Obstessig
- Wasser mit ein paar Tropfen Obstessig + etwas Serinol
- Wasser nur mit Serinol
- Wasser mit Obstessig + flüssigem Calcium
- Wasser pur mit “Keimfrei” auf Silberbasis (geschmacksneutral)
- Wasser mit Blautropfen
- Wasser mit Obstessig und etwas Vitacombex V
- Wasser mit Vitamin K1 + Propolis
- Wasser mit Strath Kräuterhefe  (da füge ich immer etwas Vitacombex hinzu, welches das Wasser etwas süßlicher macht)
- Wasser mit Traubenzuckerlösung (nach Streß von Ausstellungen, Transport)
- 2 mal jährlich gebe ich eine natürliche Wurmkur auf Rainfarn + Knoblauchzwiebelbasis ins Trinkwasser (14 Tage lang)
- Wasser mit einem Schuß Direktsaft (Apfel od. Orange) ohne Zuckerzusatz (bei Aldi)
- Wasser mit gepressten Zitronensaft
Wie ihr seht gibt es bei der Gabe des Trinkwassers unendlich viele Möglichkeiten.

Quellfutter, Keimfutter…

Donnerstag, 8. April 2010

Täglich erhalten meine Wellensittiche, wie hier im Forum bereits beschrieben, gequollene oder gekeimte Saaten ins Einfutter.
Nachfolgend die verschiedenen Reifezustände in denen ich das Futter füttere.

1. Darisaat trocken
2. Hafer trocken
3. Katjang Bohnen trocken
4. Nackthafer trocken
5. Quinoasaat trocken

1. Darisaat trocken nach 4-6 Stunden
2. Hafer trocken nach rund 6 Stunden
3. Katjang Bohnen trocken nach 5-6 Stunden
4. Nackthafer trocken nach ca 3-4 Stunden
5. Quinoasaat trocken nach nur 1 Stunde

Keimfutter nach rund 1-1,5 Tage Quell und Keimzeit
überall sind an den Körnern die weißen Spitzen der Sprossen erkennbar.

1. Darisaat gekeimt
2. Hafer gekeimt
3. Katjang Bohnen angekeimt
4. Nackthafer angekeimt
5. Quinoasaat angekeimt (nach nur 6-8 Stunden)

Sowie Bilder der fertig gekeimten Körner:
(die Bilder können 2 Mal vergrößert werden: Vorschau anklicken und dann neues Bild nochmal anklicken)

Lactobazillen: Das “Wundermittel” in der Vogelernährung (PT12)

Mittwoch, 7. April 2010

Nahrungsergänzung – auf das richtige Präparat kommt es an!
Bessere Gesundheit durch Laktobazillen, Aminosäuren, Früchte und Mineralstoffe

Die richtige Nahrungsergänzung ist ein Dauerthema bei uns Sittichzüchtern – zu Recht. Warum? Weil Zusatzstoffe den Stoffwechsel unserer wertvollen Vögel unterstützen und ihr Immunsystem stärken können. Vorbeugen ist allemal besser als heilen.

Checkliste Nahrungsergänzung
Woran erkennt man hochwirksame und nebenwirkungsfreie Produkte? Achten Sie auf:
• wissenschaftliche Expertise der Hersteller,
• Produktionsverfahren,
• zertifizierte Qualität der Substanzen,
• Beratung zum Produkt und
• Zufriedenheit der Anwender.

Der „Vater“ der Laktobazillen
Diplom-Agraringenieur Ulrich Schäfer, Gründer und Inhaber von re-scha, fand in wissenschaftlichen Studien heraus, dass Laktobazillen das Immunsystem von Vögeln stärken. Den Nachweis konnte er durch Messung der Antikörper im Blut der Vögel erbringen. Daraus entstand PT-12 als erstes hochwirksames Laktobazillenpräparat zur Stärkung der Immunabwehr von Ziervögeln. Es ist als Arzneimittel zugelassen und wird vom Fachapotheker Ulrich Klinke als Kontrollleiter überwacht.

Fragen zu PT-12 und den übrigen Produkten von re-scha?
Weitere Informationen finden Sie auf www.re-scha.de . Tipp: Lassen Sie sich von Ulrich Schäfer persönlich beraten.

PT-12 – Lactobazillen verdrängen Krankheitserreger
PT-12 ist die erste Nahrungsergänzung auf Basis lebender Bakterienkulturen. Jeder Beutel enthält mindestens 5 Milliarden koloniebildende Einheiten des Lactobacillus salivarius. PT-12 ist einzigartig und als Arzneimittel zugelassen. Seine Wirksamkeit ist wissenschaftlich belegt.
• Die Lacobazillen verdrängen und hemmen gefährliche Krankheitserreger wie Enterobakterien, Streptokokken, Staphylokokken und Sprosspilze.
• Im Krankheitsfall unterstützen sie die physiologische Dünndarmflora bei Antibiotikagabe und schützen sie vor Reinfektionen mit pathogenen Erregern.
• PT-12 soll nicht über das Trinkwasser verabreicht werden, weil sich die Bakterien am Tränkeboden absetzen und im flüssigen Milieu schnell absterben. Hervorragendes Bindemittel: Frutin. Unser Tipp: Nutzen Sie die Synergieeffekte aus der Kombination von PT-12 und Frutin!
• Nebenwirkungen sind nicht bekannt.
Mehr über PT-12 http://re-scha.de/index.php?page=1568101558&f=1&i=1805198880&s=314400924&ss=1568101558

Frutin – Fruchtcocktail und perfekter „Katalysator“ für die Laktobazillen
Frutin ist ein flüssiges Ergänzungsfuttermittel für Ziervögel und Brieftauben. Frutin bindet unter Aushärtung pulverisierte Futtermittel dauerhaft an das Körner-, Keim-, Weich- bzw. Aufzuchtfutter.
Das Präparat enthält eine Mischung aus tropischen und heimischen Früchten (Ananas, Apfel, Aprikose, Brombeere, Erdbeere, Grapefruit, Heidelbeere, Himbeere, Johannisbeere, Kirsche, Papaya, Pfirsich, Orange). Der Zucker aus diesen Früchten ist eine perfekte Nahrung für Laktobazillen. Es konnte in Versuchen nachgewiesen werden, dass sich Laktobazillen in Verbindung mit Frutin um das 100 bis 1000fache im Dünndarm stärker vermehren können.
Mehr über Frutin http://re-scha.de/index.php?page=827754274&f=1&i=1805198880&s=314400924&ss=827754274

Panta 20 – lebenswichtige Aminosäuren
Panta 20 konditioniert den Vogel im ganzen Jahr, aber besonders in der Zucht und Mauser sowie vor und nach den Ausstellungen. Aminosäuren sind in einer ausgewogenen und vielfältigen Form äußerst wichtig. Vögel benötigen 17 lebenswichtige Aminosäuren. Sie tragen nicht nur zur optimalen Kondition bei, sondern unterstützen auch das Immunsystem. Panta-20 enthält Rohprodukte natürlichen Ursprungs, die alle diese Aminosäuren enthalten.
Mehr über Panta-20 http://re-scha.de/index.php?page=1596425443&f=1&i=1805198880&s=314400924&ss=1596425443

Poly-min – das Mineralienreservoir
Poly-min enthält Mineralien, die Ziervögel tagtäglich für ihren Stoffwechsel benötigen. Besonders reichhaltig ist das Poly-min an fein gemahlenen fossilen Austernschalen. Diese sind dafür bekannt, dass sich bei ihnen im Gegensatz zum gemahlenen Kalkstein das Calcium verzögert löst. Dies hat den Vorteil, dass der Vogel eine gleichmäßige Calciumversorgung erhält. Tests haben gezeigt, dass fossile Austernschalen als verzögert lösliche Ca-Quelle eine positive Beeinflussung von Tiergesundheit, Wohlbefinden und Leistungssicherung bringen.
Mehr über Poly-min http://re-scha.de/index.php?page=1203596738&f=1&i=1805198880&s=314400924&ss=1203596738

Moderne Untersuchungsmethoden in der Vogelpraxis

Mittwoch, 7. April 2010

Moderne Untersuchungsmethoden in der Vogelpraxis
Dr. Marcellus Bürkle, FTA für Zoo- und Wildtiere, AZ-Nr.: 2570

Fortschritt und Innovation haben alle Bereiche unseres Lebens erfasst. Und so ist es nicht verwunderlich, dass auch die Tiermedizin von dieser Entwicklung nicht ausgenommen ist. Die Zeiten in denen ein Tierarzt umfangreiches Wissen über alle nur erdenklichen Tierarten, vom Rind über das Pferd, Hunde, Meerschweinchen, Fische, Reptilien oder Vögel haben konnte sind vorbei.

Die Spezialisierung in der Tiermedizin geht soweit, dass es beispielsweise Veterinärmediziner gibt, die sich – ganz wie in der Humanmedizin – nur mit Augenerkrankungen beschäftigen; sozusagen „Tieraugenärzte“ sind.

Parallel mit der Spezialisierung der Tierärzteschaft wurden auch im Bereich der Vogelmedizin in den letzen Jahren immer bessere, genauere, aber auch kompliziertere Diagnose- und Behandlungsverfahren entwickelt.

Ohne aber diese neuartigen Verfahren zu kennen und auch anwenden zu können, ist es in heutiger Zeit kaum noch möglich, Vogelmedizin auf dem höchsten Niveau zu betreiben und den Haltern dieser Tierarten optimale Diagnose- und Behandlungsmethoden anzubieten.

Erkrankt ein Vogel ernsthaft, egal ob es sich um einen Wellensittich oder einen Hyazinthara handelt, sollte ein fachkundiger Tierarzt aufgesucht werden. Leider sind Tierärzte mit einer Spezialisierung auf Vögel weitaus seltener zu finden, als dies beispielsweise für andere Tierarten, wie Hunde, Katzen oder Pferde der Fall ist. In der Regel jedoch findet sich im Umkreis von 200 km fast überall in Deutschland ein auf Vögel spezialisierter Kollege.

Wichtig ist zu wissen, dass eine gute Diagnose beim Vogel NUR unter Einbeziehung (meist) umfangreicher Diagnosetechniken (Spezielle und Laboruntersuchungen) zu stellen ist.

Die Fülle an Erkrankungen, Untersuchungs-, Diagnose-, und Behandlungsmethoden führt beim medizinischen Laien oftmals zur Verwirrung und manche Halter sind nach einem Tierarztbesuch noch unsicher als vorher, weil sie mit den erwähnten Fachbegriffen nur wenig anfangen können. Die folgende Aufstellung der gängigsten und einiger weniger gebräuchlichen, aber umso wichtigeren, Untersuchungsmethoden soll ein wenig Licht in das Wirrwarr des „Begriffdschungels“ bringen.

Allgemeinuntersuchung
Eine „Allgemeinuntersuchung“ ist das Erste, was bei JEDEM Vogel durchgeführt wird. Sie gibt dem Tierarzt einen Überblick über den momentanen Gesundheitszustand des Tieres. Ohne die Befunde der Allgemeinuntersuchung sollten keine weiteren diagnostischen Schritte eingeleitet werden. Eine umfassende Allgemeinuntersuchung beinhaltet folgende Punkte:

Adspektion (Betrachten des Tieres):

Viele Erkrankungen (z.B. Atemwegserkrankungen, zentralvervöse Störungen…) können am Besten beim betrachten des Vogels erkannt werden. Deswegen ist es wichtig, dass der Tierarzt sich für diesen Teil der Untersuchung auch genügend Zeit nimmt, um keine wichtigen Details zu übersehen.

• Verhalten und Körperhaltung
• Beurteilung des Federkleides
• Augen
• Atmung
• Kot
• Extremitäten

Erst nachdem der Vogel intensiv beobachtet (Adspeziert) wurde sollte dieser aus dem Käfig oder der Transportbox genommen und „mit den Händen“ untersucht werden. Deswegen ist es auch wenig sinnvoll, beispielsweise eine Pappschachtel für den Transport des Vogels zum Tierarzt zu benutzen. Im zweiten Teil der Allgemeinuntersuchung werden vom Tierarzt folgende Punkte untersucht:

Palpation (Anfassen des Tieres):
• Ernährungszustand
• Federkleid
• Haut
• Bürzeldrüse (falls vorhanden)
• Hydrationszustand (Flüssigkeitshaushalt)
• Augen
• Ohren
• Nase, Nebenhöhlen
• Schnabelhöhle
• Kropf
• Atmung
• Abdomen (Bauch)
• Kloake
• Extremitäten

Spezielle Untersuchungen
Nach der Allgemeinuntersuchung werden, je nach Befund, die sog. „Speziellen Untersuchungen“ eingeleitet, die sich dann problemorientiert auf bestimmte Organsysteme konzentrieren.

Röntgen
Röntgenaufnahmen dienen schon seit langer Zeit als eine der wichtigsten Diagnosemöglichkeiten in der Tiermedizin. Man kann mit Hilfe einer Röntgenaufnahme sowohl das Skelettsystem, als auch die Inneren Organe des Vogels darstellen und beurteilen.

Kontrastaufnahmen
Eine Röntgen-Kontrastaufnahme dient zur besseren Darstellung der Inneren Organe. Hierzu wird dem Vogel eine spezielle Flüssigkeit eingegeben, welche dann auf dem Röntgenbild sichtbar wird. Mit Hilfe dieser Technik kann vor allem der Verdauungsapparat (Kropf, Mägen, Darm und Kloake), aber auch umliegende Organe (Leber) besser beurteilt werden.

Ultraschall
Die Ultraschalltechnologie ist in der Vogelmedizin erst seit wenigen Jahren etabliert und wird von nur wenigen Tierärzten durchgeführt. Für einige Erkrankungszustände ist diese Technik eine schnelle und zuverlässige Diagnosemöglichkeit.

Endoskopie
Die Endoskopie ist zur Diagnose und Behandlung in der Vogelmedizin unverzichtbar und bietet nahezu unerschöpfliche Einsatzmöglichkeiten. Lange Zeit wurde diese Technik vor allem zur Geschlechtsbestimmung bei Papageien und Sittichen eingesetzt. Inzwischen jedoch können mit Hilfe des Endoskops sogar Operationen durchgeführt werden, ohne dass größere chirurgische Eingriffe notwendig sind. Diese Methode wird als Mikrochirurgie bezeichnet. Ein weiteres Beispiel für die Vielseitigkeit dieser Technik ist die Entnahme von kleinsten Gewebestücken (sog. Biopsieentnahme) der Inneren Organen zur weiteren Diagnostik. Mit Hilfe des Endoskops können aber nicht nur das innere der Leibeshöhle betrachtet werden. Auch Schnabelhöhle, Kropf, Magen, Ohren und Kloake können so untersucht werden.

Blutdruckmessung
Durch moderne Gerätschaften ist inzwischen die Blutdruckmessung auch bei kleinen Vögeln, wie Wellensittichen gut durchzuführen. Die Blutdruckmessung kann sowohl bei der Narkoseüberwachung, las auch zur Diagnostik von Herz-Kreislauferkrankungen eingesetzt werden.

Labordiagnostische Untersuchungen

Hämatologie
Unter einer „hämatologischen Untersuchung“ versteht man die Untersuchung der Blutzellen. Je nach Menge, oder Verteilung der verschiedenen Zellen, können Aussagen über den Gesundheitszustand des Vogels getroffen werden. Dabei können folgende Parameter bestimmt werden:
1. Leukozytenzahl (weiße Blutzellen)
2. Erythrozytenzahl (rote Blutzellen)
3. Hämatokrit (Prozentualer Anteil der zellulären Bestandteile im Blut)
4. Differenzialblutbild (Zahlenmäßige Verteilung verschiedener weißer Blutzellen)

Klinische Chemie
Bei den sogenannten klinisch-chemischen Untersuchungen werden verschiedene Enzyme und andere, körpereigene Stoffe im Blut bestimmt. Je nach dem, ob diese Enzyme vermehrt oder vermindert im Blut vorkommen, kann man Rückschlüsse auf eventuelle Krankheiten ziehen. Zur Bestimmung dieser Parameter stehen verschiedene Geräte zur Verfügung, die auch vor Ort in der Tierarztpraxis eingesetzt werden können und so schnell wichtige Ergebnisse zur Diagnose, Behandlung und Prognose liefern. Im gegensatz zu älteren Analysegeräten haben moderne Gerate den Vorteil mit nur sehr wenig Probenmaterial (Blut) viele wichtige Werte analysieren zu können. Beispielsweise reichen 0,1ml Vollblut aus, um mit dem VS-2 der Firma Abaxis ein komplettes Blutbild erstellen zu können. Viele, auf Vögel spezialisierten Tierärzte, haben dieses Gerät im Einsatz und könne somit ohne Problem auch ausführliche diagnostische Massnahmen an kleinen Vogelarten durchführen.

PCR
Die meisten virologischen Untersuchungen werden heutzutage mit Hilfe der sog. Polymerasen-Kettenreaktion durchgeführt. Aber auch für andere Erreger (z.B. Chlamydophila, Mykobakterien, Parasiten) wurde diese Technik entwickelt. PCR steht hierbei für den englischen Fachausdruck dieser Untersuchungsmethode (Polymerase-Chain-Reaktion). Bei dieser Methode wird nach dem Erbgut, der sog. DNS, des jeweiligen Erregers gesucht. Der Vorteil liegt in der hohen Empfindlichkeit der Untersuchung. Kleinste Mengen an Erbgut werden im Untersuchungsmaterial (Blut, Kot, Abstrichtupfer…) aufgespürt und danach vermehrt, bis genügend Erbmaterial vorhanden ist, um es nachweisen zu können.

Bakteriologische und mykologische Untersuchungen
Bakterien und Pilze gehören zu den häufigsten Erregern von Krankheiten beim Vogel. Um diese Mikroorganismen im Untersuchungsmaterial (Kot, Schleim, Federn…) nachweisen zu können werden Abstriche entnommen und auf sog. „Agar-Nährmedien“ angelegt. Diese Nährmedien bieten optimale Wachstumsvoraussetzungen für Bakterien und Pilze und es bilden sich sog. Bakterien- bzw. Pilzkolonien. Je nach dem um welchen Erreger es sich handelt, ist das Aussehen (Form, Farbe) dieser Kolonien sehr unterschiedlich. Hierdurch und durch weitere Tests kann der Tierarzt die Art der Bakterien/Pilze genau bestimmen und weiß hiernach ob es sich um pathogene (krankmachende) oder apathogene (nicht-krankmachende Bakterien/Pilze handelt. Außerdem ist die Anzucht und Vermehrung der Mikroorganismen auf Agar-Nährböden die Vorraussetzung, um den sog. „Resistenztest“ durchführen zu können. Dieser Test dient dazu festzustellen, welche Medikamente gegen die Erreger wirksam sind und welche nicht zum Einsatz kommen sollten.

Parasitologische Untersuchungen
Parasiten des Verdauungstraktes und anderer innerer Organe werden als Endoparasiten bezeichnet. Milben und Federlinge hingegen nennt man Ektoparasiten, weil sie sozusagen „auf“ dem Vogel leben. Endoparasiten (Spulwürmer, Haarwürmer, Bandwürmer, Kokzidien…) kommen relativ häufig in der Vogelhaltung vor. Sie sind relativ leicht mit Hilfe einer Kotuntersuchung nachzuweisen. Hierbei wird i.d.R. etwas Kot mit Hilfe der sog. Flotationsmethode auf Wurmeier oder Kokzidien untersucht. Die Untersuchung auf Ektoparasiten (Milben..) erfolgt durch eine gründliche Allgemeinuntersuchung. Eventuell kann unter Zuhilfenahme eines Mikroskops auch die genaue Milben- oder Federlingart bestimmt werden.

Histopathologische Untersuchungen
Wie bereits erwähnt können mit Hilfe der Endoskopie kleine Gewebeproben der Inneren Organe entnommen werden. Aber auch Gewebeproben von Haut, Muskeln oder gar Federn können histopathologisch untersucht werden. Dabei werden die Gewebestücke im Labor technisch so bearbeitet, dass sie in hauchdünne Scheiben geschnitten, gefärbt und danach unter dem Mikroskop beurteilt werden können. Hierbei kann der Tierarzt dann sehen, ob die Zellstruktur des untersuchten Gewebes normal strukturiert ist, oder ob Abweichungen, beispielsweise Tumorbildung oder Entzündungen, vorliegen.
Histopathologische Untersuchungen bringen vor allem bei ungeklärten Todesfällen oftmals hilfreiche Erkenntnisse. Kommt es in beständen zu gehäuften, unklaren Todesfällen, sollte unbedingt eine Sektion mit anschließender histopathologischen Untersuchung durchgeführt werden.

Zytologische Untersuchungen
Ähnlich wie bei der histopathologischen Untersuchung werden auch bei der zytologischen Untersuchung die Zellen verschiedner Organe unter dem Mikroskop beurteilt. Hierzu werden von Organen sog. „Abklatschpräparate“ angefertigt Diese werden mit einer Spezialfärbung angefärbt und so die Strukturen sichtbar gemacht. Die Zytologische Untersuchung ist eine schnelle Untersuchungsmöglichkeit, die dem Tierarzt innerhalb weniger Minuten wichtige Informationen zum Krankheitsgeschehen geben kann.

Tierärztliche Praxis für Ziervögel und Exoten
Dr. Marcellus Bürkle und Dr. Gerd Britsch
Am Storrenacker 1b, D-76139 Karlsruhe
fon 0721 61 84 280 fax 0721 61 84 281
E-Mail info@ziervogel-exotenpraxis.de