Lust auf Lehm
Wie Papageien sich selbst kurieren
Schwärme von bunten Papageien finden sich täglich an den Lehmbänken der Ufer südamerikanischer Urwaldflüsse ein.
Warum verlassen die auffälligen Tiere nur die sichere Deckung der Wälder und präsentieren sich auf den kahlen Flächen?
Wo doch der Lehm, den sie aufnehmen, keinerlei Nährstoffe enthält?
Der amerikanische Biologe Charles Munn gab jetzt eine überraschende Antwort auf diese Fragen. In der Fachzeitschrift
"Papageien" schrieb er: Die Vögel bauen mit Hilfe der Mineralstoffe im Lehm die Gifte (Alkaloide) ab, mit denen sich
die Nahrungspflanzen vor Fressfeinden schützen. Die Gründe für seine "Entgiftungs- - Theorie":
In Gebieten mit hohen Alkaloide- Gehalt der Pflanzen werden die Lehmbänke öfters aufgesucht
2. In Jahreszeiten mit geringem Gehalt der Pflanzengifte in Blättern, Samen und Früchten werden die Besucher seltener
3. Indianer der Region, die sich von wilden (alkaloidreichen) Kartoffeln ernähren, nehmen denselben Lehm auf, um damit die Giftstoffe zu entfernen.