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Einblicke in die Wellensittichzucht Australiens
Britische und deutsche Blutlinien haben die dortige Zucht stark verbessert
von Roy Stringer
Übersetzung: Florian Böck

Während seines letzten Besuchs in England hat der führende australische Wellensittichzüchter Roy Stringer ein Interview gegeben. Es wurden John Scobles Ansichten, bezüglich dem Import von englischen Vögeln nach Australien, und deren Auswirkungen auf die australische Wellensittichzucht diskutiert.

Roy Stringer: Wie lange werden englische Schauwellensittiche jetzt schon nach Australien gebracht?

John Scoble: Man muß den Fakt akzeptieren, dass da wo eine Nachfrage besteht immer ein Weg gefunden wird, diese zu erfüllen. So sind auch schon in der Zeit, als ein Import von ausländischen Wellensittichen gänzlich untersagt war, Vögel nach Australien gelangt. Als das Gesetz nun gelockert wurde und streng kontrollierte Importe abgeschafft wurden, sind englische Wellensittiche zu Tausenden nach Australien gelangt. Grob geschätzt würde ich sagen, dass es auf dem ganzen Kontinent nur ca. 2000 ernsthafte Wellensittichzüchter gibt. Wenn nun jeder Züchter nur einen dieser Vögel bekam, dann kann man sich ein Bild über das tatsächliche Volumen der Importe machen.

RS: Wie war die Qualität der importierten Vögel?

JS: Es gab vorzügliche Exemplare und ganz armselige unter ihnen. Es gab eine Menge an australischen Züchtern, die von der Höhe des Preises und der dafür erhaltenen Qualität sehr enttäuscht waren. Es war nicht im geringsten das gleiche Preisgefüge, das englische Züchter untereinander zugrunde legen. Einige Vögel wechselten vier oder gar fünf Mal den Besitzer, bevor sie letztendlich zum Eigentümer kamen. Es gab Züchter die sich auf den Import von Vögeln spezialisiert hatten und diese kauften nahezu alles was einen englischen Ring besaß. Dies hat sich bis jetzt allerdings geändert. Die wirklich ernsthaften australischen Züchter haben sich, wie vor einigen Jahren die Deutschen, gezielt englische Zuchten herausgesucht, von denen sie nun Vögel für eine gezielte Zuchtverbesserung beziehen.

RS: Haben die australischen Züchter die englischen Vögel hauptsächlich untereinander verpaart oder haben sie, sie auch in die bereits vorhandenen Bestände eingekreuzt?

JS: Ein bißchen von beidem. Allerdings haben manche Züchter, meiner Meinung die schlaueren, die englischen Vögel getrennt von den anderen verpaart.

RS: Hat es dort, wo die Vögel mit australischen vermischt wurden zu Zuchtverbesserungen geführt?

JS: Überall wurde die Schauqualität verbessert, aber es werden auch heute noch sehr schwache Vögel auf Schauen gesehen.

RS: Sogar die mit englischem Blut?

JS: Oh ja. Jeder heutzutage hat britisches Blut. In letzter Zeit ist deutsches Blut stark in Mode und diese Abstammung findet auch reißenden Absatz. Ich habe sogar schon, bevor die englischen Wellensittiche kamen, davon abgeraten einen Vogel nach seiner Herkunft zu beurteilen. Um einen Nutzen von einem Vogel zu haben, muß dieser auch phänotypisch etwas mitbringen. Es gibt in unserem Hobby Leute, die es faustdick hinter den Ohren haben. Von solchen Leuten sollte man nur kaufen, was man auch sehen kann.

RS: Welche Schaueigenschaften hat der importierte englische Wellensittich in der australischen Zucht besonders verbessert?

JS: Es hat schon immer einige Wellensittiche des englischen Typs in Australien gegeben. Aus mehreren Gründen konnten diese nicht effektiv herausgezüchtet werden, aber sie waren vorhanden. Die englischen Vögel haben uns alle ihre Eigenschaften mitgebracht- sowohl die guten als auch die schlechten. Der Import hat uns vorallem Vögel mit tiefer und großer Maske gebracht, allerdings fehlt dem Vogel im allgemeinen die Tiefe um ihn harmonisch aussehen zu lassen. Die englischen Preisrichter schauen nur auf die Maske und vernachlässigen das übrige. Das hat den englischen Typ beeinflußt. Ich nenne Vögel mit diesem Aussehen immer gewalzte Vögel, da sie aussehen, als wäre ihnen eine Dampfwalze über den Kopf gefahren, die ihnen die Maske in den Nacken gedrückt hat. Wenn man das von Eric Peake gezeichnete Ideal des Schauvogels betrachtet oder das Ideal eines anderen Landes, so sieht der gemalte Vogel nicht so aus, wie der von mir gerade beschriebene.

Das Ideal hat Länge, Linie, Stil, Ausgewogenheit und harmonische Formen. Aber man hat im Leben mit allen möglichen Themen Interpretationsprobleme. Andererseits gab es auf der National-Schau letztes Jahr, bei der ich eingeladen wurde die Zimter zu prämieren, durch die Bank sehr starke Vögel. Vorallem die dominanten Farbschläge sind sehr positiv herausgestochen.

RS: Gingen gute Eigenschaften der australischen Vögel durch die Importe verloren?

JS: Eigentlich nicht. Es wurde immer gesagt, dass unsere Vögel die besseren Farben haben, und das war auch so, allerdings vor 30 Jahren. Wie auch immer, die Farbbrilianz ging verloren, als sich die Züchter, die sich darauf spezialisiert hatten, aus dem Hobby ausstiegen. Ich komme jetzt schon seit 1976 nach England und ich wurde zu Hause immer niedergemacht, als ich behauptete, dass die englischen Vögel die bessere Farbe haben. Jetzt wissen Sie, dass ich recht hatte. Was mit Sicherheit einige Züchter verwirrt hat, ist, dass die farblich schönen australischen Wellensittiche am Rumpf um einiges stärker waren als an der Brust. Die englischen Vögel waren körperlich viel besser ausgestattet und zeigten meist sogar die bessere Farbqualität, wobei ich nichts pauschalisieren möchte. Ich erinnere mich daran, dass ich die BS Club Schau besucht habe und dort eine wunderschöne hellblaue Henne, die von Derrick Bowley gezüchtet wurde, gesehen habe. Zur gleichen Zeit existierte unweit von Sydney noch eine dieser besagten Farbzuchten, wobei ich behaupte, dass diese hellblaue Henne trotz ihrer Größe, farblich immer noch mit den besten dieser Zucht mithalten konnte. In England ging der gute Kontrast zwischen schwarz und weiß in der Flügelzeichnung verloren. Ich bin aber der Meinung, dass die Mannes-Vögel diese Eigenschaften zurückbringen. Ich besitze zwei Wellensittiche von Jim Moffat, welche zur Hälfte aus Mannes-Vögeln stammen und diese haben die angesprochene Zeichnungsqualität in den Flügeln.

RS: In Großbritannien sind viele Leute voller Bewunderung den Mannes-Vögeln gegenüber und andere sagen, dass die besten Englischen stärker wären. Wie stehst du zu diesem Thema?

JS: Ich ziehe es vor zu sagen, dass seine Vögel anders sind als die Englischen. Die sogenannte Mannesfeder hat sehr wenig Daune. Das Material, das eigentlich die Daune bildet, ist in das Hauptgefieder gewandert und hat diese so länger gemacht. Jo Mannes ist ein sehr schlauer Mann. Er hat die Spitze erreicht und hat es irgendwie geschafft dort zu bleiben - was das schwierigste an dem Ganzen ist.

RS: Als ich zum ersten Mal Buff Vögel gesehen habe, hat man mir erzählt, dass diese Vögel eine extrem große Daune brauchen, was sie voluminöser aussehen läßt. Wie paßt diese These mit dem was du gerade bezüglich der Mannes-Feder angesprochen hast, zusammen?

JS: Ich verstehe was du sagen willst. Alf Ormerod hat über die Daune immer gesagt, dass ein Jungvogel mit dunklen Daunen immer besser wird, als ein entsprechender mit hellen Daunen, da er die stärkeren Daunen bekommt. Aber die Mannes Vögel funktionieren anscheinend nicht genauso wie die damaligen Vögel. Als Jungvögel haben sie einen höheren Kopf, sehen aber, was die Feder angeht, gar nicht so vielversprechend aus. Dies ändert sich dann schlagartig, wenn sie in die erste Mauser kommen. Der Vogel wird dann von Tag zu Tag besser und macht was die Qualität angeht einen enormen Sprung nach vorne.

RS: Vor einiger Zeit habe ich Bernard Kellet und Brian Byles interviewt. Beide sagen, dass sie denken, dass die Mannes Feder durch eine Mutation entstanden ist. Welche Meinung hast du diesbezüglich?

JS: Es muß eine Mutation gewesen sein, denn ich bin der Meinung, dass es züchterisch nicht möglich ist, die Vögel so stark zu verändern. Jede Änderung in der Wellensittichzucht basiert auf Mutationen. Vom Langflügel bis zu den Löwenköpfen - alle sind das Resultat einer Mutation. Diese Neumutationen gibt es meiner Meinung nach häufiger als man denkt und wenn die Züchter nicht vorsichtig sind, dann gehen sie so schnell wieder verloren, wie sie gekommen sind. In freier Wildbahn resultiert jede Veränderung der Farbe aus einer Mutation.

Es war gut zu erkennen, als wir mutierte Wildvögel fingen, dass deren Daunen größer waren, als die der normalen Hellgrünen. Ich habe die orginal englischen Langflügel gesehen, als sie nach Australien (Melbourne) kamen. Es waren bemerkenswerte Vögel, aber sie haben uns ein ungewolltes Erbe hinterlassen. Sogar noch, nachdem die Mutation unter Kontrolle gebracht war, und das zeigte sich daran, dass die äußeren Schwingen wieder die normale Länge hatten, blieben die inneren Schwingen länger und standen ab wie ungekämmte Haare. Es war mir klar, dass, wenn man die Englischen Wellensittiche, die ebenfalls von den Langflügeln abstammen mit den Australischen kreuzt, die ganze Sache verschlechtern würde. Und ich wurde bestätigt.

RS: Ich habe in einem australischen Artikel gelesen, dass man bezüglich des englischen Schauwellensittichs Gerüchte hörte, dass er in Wirklichkeit durch Kreuzungen mit Papageien entstand. Hast du auch davon gehört?

JS: Es wurden, von Leuten die gegen den Import des englischen Wellensittichs waren, viele Geschichten in Umlauf gebracht. Eine Menge Leute (einschließlich die Tiermediziner) waren darüber besorgt, dass wir durch den Englischen Wellensittich auch neue Krankheiten importieren würden. Aber es ist um einiges einfacher die Krankheiten zu kontrollieren, wenn die Vögel legal eingeführt werden.

RS: Ich bin der Meinung, wenn englische Wellensittiche Krankheiten mitgebracht hätten, hätten wir alle spätestens heute davon gehört hätten.

JS: Es wird behauptet, dass die Megabakterien von den englischen Wellensittichen kommen würden, aber wie ich mich erinnern kann, gibt es die Megabakterien schon solange ich denken kann in Australien. Es ist nur heutzutage offensichtlicher, weil die großen Wellensittiche anfälliger sind und somit Krankheiten eher auffallen. In letzter Zeit wurden übrigens auch bei den Straußen Megabakterien gefunden.

RS: Von den Quarantänestationen in Australien sagt man sie seien sehr gut. Hast du sie schon einmal gesehen?

JS: Ja. Das wissenschaftliche Institut das für die Wellensittiche zuständig ist, ist eines der weltweit bekanntesten. Es hat eine Menge Geld gekostet, aber es ist wirklich sehr gut - und wird von sehr fähigen Fachleuten geleitet.

RS: Hast du von den Gerüchten gehört, dass australische Quarantänestation geschlossen werden soll?

JS: Ja, ich habe von diesen Gerüchten gehört. Bekannte Leute die ursprünglich für den Import von Wellensittichen waren, starten jetzt eine Kampagne gegen diese Einrichtung.

RS: Sind das die Leute die bereits ihre Anlagen mit genügend Importvögeln aufgefüllt haben? Ich erinnere mich an eine Vereinigung in unserem Land die auch den Import von Standardvögel abschaffen wollte, deren Mitglieder wollten aber weiterhin Wildfang-Vögel importieren. Eigener Vorteil ist manchmal ein großer Antrieb, um die Einstellung der Menschen zu ändern.

JS: Ich glaube, dass das hier nicht zutrifft. Ich habe davon gehört, dass die Personen welche die Fronten gewechselt haben, im Kreise der Tiermediziner zu suchen sind. Im Fernsehen und auch im Radio wird Australien bei uns als ein Land dargestellt, das so gut wie alles exportiert.

Lobbyisten in importierenden Ländern suchen immer nach Gründen, die es ermöglichen würden, den Import zu verbieten. Deswegen sind wir vorsichtig und gießen nicht auch noch Öl ins Feuer. Was sind schon ein paar Wellensittiche im Vergleich zum Handelsvolumen eines ganzen Kontinents.

RS: Also ist zu einem gewissen Teil schon Eigeninteresse dabei. Aber wie siehst du die Zukunft des englischen Wellensittichs in Australien?

JS: Auch wenn jetzt die Importe langfristig abgeschafft werden, so haben sie doch mehr Vorteile als Nachteile - sowohl für die australischen, als auch für die englischen Züchter gebracht. Wie auch in England hören auch in Australien mehr Leute mit dem Hobby auf, als dass neue beginnen. Nachdem man nun 2 Jahre den Rahm abgeschöpft hat, ist es heute schwierig Wellensittiche, sogar mit englischer Abstammung, zu verkaufen.

RS: Trotzdem schauen die Australier, immer noch verbissener, nach Verbesserung.

Warum?

JS: In Australien, wie auch in England oder Deutschland gibt es eine große Rivalität im Hobby und die Züchter versuchen mit vielen Mitteln den anderen die Schau zu stehlen.



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