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Rezessive Schecken - Dänische Schecken - Harlekine. Erfahrungsbericht
Mir ist beim Erstellen dieses Berichtes über meinen Umgang, oder besser ausgedrückt, über meine Erfahrungen mit Rez. Schecken, eigentlich bewusst geworden wie schwierig sich so etwas gestaltet, vor Züchtern oder noch verfänglicher, vor Preisrichtern einen solchen Bericht vorzutragen.

Zuchtfreunde unter Ihnen, die Rez. Schecken selber züchten oder schon gezüchtet haben, werden diesem Bericht wohl wenig Neues entnehmen. Für diese Zuchtfreunde bleiben nur die kleinen Details übrig, die jeder Züchter anders gestaltet oder anders interpretiert. Es gibt bei der Pflege oder Fütterung von Rez. Schecken keinen Unterschied zu den übrigen Mutationen.

Diese Scheckenart ist sicherlich nicht geeignet, um damit große Geschäfte zu machen. Viel Geld für den Kauf von erstklassigen WS stecken die Züchter lieber in gute Normale oder Opaline. Hier besteht eher die Möglichkeit, entsprechend gute Nachzuchten zu erzielen, die dann auch entsprechend besser verkauft werden können. Wer sich, wie ich, intensiv mit dieser Mutante seit Jahren beschäftigt, muss auch so ehrlich sein und zugeben, selbst wenn ein über Jahre gut durchgezüchteter Stamm von Rez. vorhanden ist. die Qualität der Nochzuchten ist nicht so stabil oder konstant wie bei vergleichsweise guten Normalen, A-Schecken, Gelben, usw. Es fallen von wirklich guten Eltern, neben sehr guten Rez. Schecken, immer wieder nur sehr mittelmäßige Schecken. Es ist halt ein wirklich schwieriger Farbschlag, der mich aber immer noch fasziniert und mir in jedem Zuchtjahr neue Überraschungen beschert. (manchmal angenehme aber sehr oft unangenehme Überraschungen auf Lager hat)

Einer der Gründe warum ich unbedingt Rez. Schecken in meiner kleinen Zuchtanlage züchten wollte, war ein Besuch vor ca. 9 Jahren bei einem befreundeten Züchter. Damals schon hat mich dieses wirklich bunte Bild von Rez. Schecken in seiner Voliere so fasziniert. Ich musste ganz einfach diese herrlichen Kobolde mit ihrer immer unterschiedlichen Farbverteilung und ihrem unterschiedlichen Aussehen haben. Volieren mit einer größeren Anzahl von Rez. Schecken bieten dem Beschauer immer ein anderes Bild. Die ersten wirklich guten Rez. Schecken habe ich dann 92 u. 93 auf der Niederbergschau mit Erfolg ausgestellt.

Allgemeines zum DSV - Standard Ich habe mir erlaubt, den zurzeit gültigen DSV Standard "Rez. Schecken" in der Bildform hinzuzufügen (denn es gibt in der DSV keine Bildtafeln für die entsprechenden Farbgruppen. Es gibt im DSV Standard lediglich eine gemalte Bildtafel aus dem Jahre 1988, die den Ideal Standard Wellensittich der DSV zeigt. Ich vermisse seit Jahren im DSV Standard Fotografien von den einzelnen Farbmutanten. Selbst die bildliche Darstellung im AZ Standard "Rez. Schecken" entspricht einfach nicht mehr der Wirklichkeit. Meine Meinung zu diesem Thema ist, dass in unserer schnelllebigen Zeit, die natürlich auch bei der Zucht von Schau-Wellensittichen nicht halt macht, spätestens alle 4 Jahre der Standard auf den neuesten Stand gebracht werden muss. Ehrlich gesagt, wundert es mich, dass das unabhängige Preisrichtergremium im DSV nicht mehr Druck auf den Vorstand ausübt, um hier Abhilfe zu schaffen. Denn gerade die Preisrichter müssten ein elementares Interesse an aktuellen Standards In Wort und Bild haben. Die anwesenden Preisrichter werden über meinen inoffiziellen Bildbeitrag und meine sanfte Kritik großzügig hinwegsehen.


Bild 1 Rez. Schecke 1,0 grau Bild 2 Rez. Schecke 0,1 Graugrün


Eine Farbmutante mit 3 verschiedenen Namen Man sagt "Dänische Schecken" zu ihnen, weil sie nachweislich in Dänemark zum ersten Mal gezüchtet wurden. Harlekine nennt man sie deshalb, weil sie sich wie Clowns im buntgetupften Gewand präsentieren. Der Fachausdruck unter Züchtern, bzw. im DSV Standard ist "Rezessiver Schecke", weil sie rezessiv (Gene verdeckt oder überdeckt) vererben. Man wählte den Namen Rez. Schecke wohl auch, um Verwechslungen zu den anderen bekannten Scheckungsformen, wie Kontinental Schecken und Austr. Schecken, vorzubeugen. Im Gegensatz zu Rez. Schecken vererben diese beiden Arten dominant.

Die Rez. Schecken stammen alle von einem Wellensittich ab den C. af Enehjelm und zwei befreundete Züchter Anfang der dreißiger Jahre auf einer Vogelausstellung in Kopenhagen in einem Gemeinschaftskäfig entdeckten. Es war ein kleiner unscheinbarer Rez. Schecke in hellgrün. Oder besser gesagt, er paßte von seinem farblichen Aussehen nicht in die bis dahin bekannten WS -Mutationen. Dieser Wellensittich wurde auf Anraten von Enehjelm an eine größere, weißblaue Henne verpaart. Aus dieser Verpaarung fielen nur hellgrüne WS. Eine Tochter aus dieser Verpaarung wurde zurück an den Vater verpaart, die anderen Jungtiere verpaarte man untereinander.

Aus diesen Verpaarungen fielen außer grünen, blauen, gelben und weißen WS auch einige gescheckte Vögel. Hiermit war der Beweis erbracht, diese Scheckenmutation vererbt rezessiv. Die Erbformel für Rezessive Schecken lautet wie folgt:
1. Rez. Schecke x Rez. Schecke = 100% Rez. Schecken
2. Rez. Schecke x Normal UJS = 100% Normal/Rez. Schecke
(alle daraus fallenden Hahne und Hennen sind spalt In Rez)
3. Rez. Schecke x Normal/Rez. Schecke = 50% Rez. Schecke
50% Normal/Rez. Schecke
4. Normal/Rez.Sch. x Normal/Rez. Schecke = 25% Normal
50% Normal/Rez. Schecke
25% Rez. Schecke (1.0 + 0.1)
5. Normal/Rez.Sch. x Normal = 50% Normal
50% Normal/Rez. Schecke
Hier nun meine Erfahrungen und empfehlungen zu den 5 aufgeführten Verpaarungsmöglichkeiten:

Zu 1 Aus dieser Verpaarung fallen zwar 100% Rez. Schecken, aber die Qualität speziell in Gesamtgröße und Kopfbreite dieser Nachzuchten lassen in der Regel sehr zu wünschen übrig. Ich habe bisher 2 Verpaarungen Rez. x Rez. gemacht und war in beiden Fällen enttäuscht von der Nachzucht. Alle daraus resultierenden WS waren auch nach gut einem Jahr kleiner als die Elterntiere. Die Farbverteilung war gut, aber die meisten Tiere waren insgesamt zu hell( mit zu hell meine ich, es sind weniger schwarze Punkte auf den Flügeldecken). Diese Variante verspricht am ehesten den WS wieder dem Wildtyp anzugleichen. Für die Schauzucht kann ich von dieser Variante nur abraten.

Zu 2 Diese Verpaarung muss jeder Züchter anwenden, der beispielsweise einen Rezessiven Vogel erwirbt. Verpaart an einen Normal- oder Opalinvogel ergibt 100% Normal- oder Opalinvögel, die alle spalt in Rez. sind. (Es fallen Hähne und Hennen in Spalt) Absolut notwendig auch im späteren Zuchtverlauf wenn mal wieder Blutauffrischungen anstehen. Diese WS an Rez. Schecken verpaart ergeben 50% Normal/Spalt und 50% Rez.s Schecken.

Zu 3 Die Verpaarung, die wohl am meisten von den Züchtern angewandt wird. Hat man Spaltvögel gezogen oder erworben, so ist wohl diese Verpaarung am erfolgversprechendsten, um an gute bis sehr gute Rezessive Schecken zu kommen. Es fallen aus dieser Verpaarung 50% Rez. Schecken beiderlei Geschlechts und 50% Normal/Rez. WS. (zu gleichen Teilen 0.1 und 1.0) Bei dieser Verpaarung kann sich der Züchter 100% auf die Spalterbigkeit der nicht gescheckten WS verlassen. Zum sichtbaren Nackenfleck aus Verpaarung Nr. 4 und 5 später noch einige Bemerkungen)

Zu 4 Verpaart man Normal/Rez. x Normal/Rez. erhält man nur zu 25% Rez. Schecken Weitere 25% sind Normal Vögel, die auch keine Spalterbigkeit in ihren Genen aufweisen. Die restlichen 50 sind nach der Erbformel Normal/Rez.

Die besten Rez. Schecken in meiner Zucht stammen aus dieser Verpaarungsvariante Nr. 4. Ich muss allerdings betonen, es fallen wirklich nur wenige Rez. Schecken. 1994 habe ich mit einem Paar aus 3 Bruten mit insgesamt 7 Jungen nur einen Rez. Schecken gezogen. Das zweite Handicap bei dieser Variante ist: die 50% Norm./Rez. und die 25% Normalvögel, die fallen, kann man ohne Kontrollverpaarung bei der Zucht von Rez. Schecken nicht weiter verwenden. Ich habe mich bisher von solchen WS ziemlich bald getrennt. Es ist einfach zu zeitaufwendig, diese Kontrollverpaarungen durchzuführen. Mit der Qualität der aus diesen Verpaarungen gefallenen Rez. Schecken, (4 Junge) war ich bisher hoch zufrieden.

Zu 5 Wer in der Scheckenzucht zügig weiter kommen will, sollte mit dieser Variante nicht arbeiten. Bei den 50% Spaltvögeln die fallen können, kann man nicht sicher sein. dass auch Spalterbigkeit vorliegt. Selbst der sichtbare Nackenfleck ist bei dieser Variante kein Garant für Spalterbigkeit in Rez. Man nimmt an , dass dieses Merkmal in der allerersten Zeit (~ 1952) von C. H. Rogers, einem Engländer, über einen normalen Hahn der diesen Fleck besaß, bei seiner Verpaarung mit Rez. Schecken eingekreuzt wurde Es ist für mich der zeitaufwendigste Weg bei der Zucht von Rez. Schecken. Ich habe sie in der Vergangenheit nicht angewandt und werde sie auch in der Zukunft nicht anwenden. Interessant ist beispielsweise die Einkreuzung von Austr. Schecken oder Spangel in Rez. Schecken. Deutsche Spitzenzüchter verfügen heute von der Qualität her über ganz ausgezeichnete WS in diesen Mutanten. Ich habe schon Nachzuchten von Rez. Schecken gesehen, die einen Urgroßvater als R - Schecken hatten, denen man die typische R - Schecken - Zeichnung nicht mehr ansehen konnte. Was mich bei der Einkreuzung von Spangel reizen würde, wäre der Versuch die hohe Fruchtbarkeit dieser Farbspielart in die Rez. Schecken einzubringen. Im Übrigen bin ich der Meinung, neue Methoden oder Maßnahmen, die zur Zuchtverbesserung von erstklassigen Standardwellensittichen führen, sind erlaubt. Mit Der Einschränkung, dass die Tiere nie durch unsachgemäße Zuchtmethoden der Art entfremdet oder gequält werden. Beim Thema Zuchtmethode wird der eine oder andere von Ihnen sicherlich nachdenklich werden, oder auch eine andere Meinung vertreten. Aber eins steht fest. wenn nur nach Zuchtmethoden gezüchtet wird die sei? Jahren bekannt sind und nie Neues versucht wird, dann gibt es nie entscheidende Verbesserungen und Fortschritte in der Schauwellensittichzucht.

Bei der Zucht von Rez. Schecken gibt es 3 Problemzonen: 1. Größe u. Kopfbreite 2. die Flügelzeichnung und 3. Anzahl und Größe der Kehltupfen

Flügelzeichnung Der DSV Standard umfasst mit den Farbgruppen 35/1 - 35/4 4 Farbspielorten ( 1) Hellgrün, Dunkelgrün, Olivgrün - (2) Graugrün - (4) Hellblau, Dunkelblau, Mauve, Violett und (5) Grau. Ich bevorzuge eindeutig die dunklen Farben - Dunkelgrün - Dunkelblau - Grau und Graugrün. Zu Beginn meiner Zucht mit Rez. Schecken war es mir egal auch mal Opaline mit einzukreuzen, da ich eine Vorliebe für Zimter habe, kamen auch Zimter und Zimtopaline zum Einsatz. Seit 2 Jahren züchte ich Rez. nur noch in Normal Dunkelfarben, sehr gute Opaline mit großen Kehltupfen werden gelegentlich (keine Zimter o. Zimtopaline mehr) eingekreuzt. Unter meinen Rezessiven befindet sich beispielsweise nur ein Hellgrüner Schecke, der in der Größe den Graugrünen nicht nachsteht, aber vom Farbkontrast gegenüber meinen Dunkelblauen oder Dunkelgrünen keine Chance hat. Reizvoll wäre für mich, auch noch Rezessive in Violett /Gelbgesicht zu züchten. Ganz selten sieht man diese Kombination bei einem Züchter. Die große Schwierigkeit bei dieser Kombination ist die Farbe Violett und der Faktor Rezessiv. Mit beiden zusammen ist man ganz schnell wieder beim Wildtyp. Man muss schon sehr große Ausgangstiere zur Verfügung haben. Grau und Graugrün geben den Rez. die notwendige Größe, haben aber den Nachteil dass die Farben auf Decken und Körper leicht stumpf werden. Aus diesem Grunde verpaare ich gerne Dunkelblau x Grau oder Dunkelgrün x Graugrün. Graue und Graugrüne Rez. Schecken gewinnen auf Ausstellungen fast immer die entsprechenden Farbgruppen. Im Standard heißt es lapidar beim Thema Flügelzeichnung: unregelmäßig verteilt, 2/3 gelb bzw. weiß - 1/3 schwarz (bei Zimtern braun) Beispielsweise sind Hennen sehr oft gleichmäßig schwarz auf den Flügeldecken, für unregelmäßig bleibt da überhaupt kein Platz. Bis heute ist es ein Rätsel, warum ausgerechnet die Hennen diese dunklen Flügeldecken präsentieren und Hähne im Durchschnitt heller gezeichnet sind. Heute ist es auf Ausstellungen Gott sei Dank so: die Preisrichter akzeptieren Rezessive Hennen, die mit dunkleren Flügeldecken ausgestellt werden; man weiß wohl um die Problematik. Kehltupfen Die nächste Schwierigkeit bei Rez. Schecken sind 6 gleichmäßige, große, schwarze Punkte zu züchten. Der Standard schreibt vor, 1 - 6 Kehltupfen. Es gibt Jahre, da ist man froh, wenn man einen vorfindet, den man dann auch noch mit der Lupe suchen muss. Die Schwierigkeit mit den Kehltupfen ist für mich immer ein Ärgernis gewesen, und zwar aus dem einfachen Grund: Unsere Wellensittiche wirken mit einer schönen 6er Tupfenkette am besten. Alles was unter 6 Punkten ist sieht unvollkommen aus und stört die Symmetrie. Zu Anfang meiner Zucht mit Rez. Schecken habe ich über 3 Jahre Aufzeichnungen über Anzahl und Verteilung der Kehltupfen gemacht. Ende Zuchtsaison 95/96 habe ich sämtliche Aufzeichnungen auf meiner Festplatte gelöscht. Es ist beispielsweise kein Garant um gleichmäßige Ketten zu züchten, wenn man einen Rezessiven 1.0 mit kompletter Tupfenkette an eine Spalthenne mit ebenfalls 6 Kehltupfen verpaart. Rezessive, die aus dieser Verpaarung fallen, haben mit Sicherheit zwischen 0 und 6 Tupfen. Was an dieser Verpaarung sicher sein dürfte, sind die Spalt- vögel in Rez. mit garantiert 6 vernünftigen Kehltupfen, (manchmal etwas klein aber immer gleichmäßig angeordnet) Ich behaupte ganz einfach, in dieser Richtung gibt es keine feste Regel, um gleichmäßig saubere Kehltupfen auf Dauer in die Rezessiven Schecken einzukreuzen. Die Melaninverteilung auf den Flügeldecken und im Bereich der Kehltupfen Anzahl und Größe der Tupfen eingeschlossen, bleibt immer eine Überraschung. Man muss diese beiden Faktoren bei der Zucht von Rezessiven einfach so akzeptieren oder man hört mit der Zucht von dieser Scheckenart auf. Einen guten Rat möchte ich, ohne Schulmeister zu spielen, geben. Wenn Sie nicht bereit sind, Ihre besten Zuchttiere in Rez. Schecken einzukreuzen, fangen Sie mit der Zucht erst gar nicht an, über Mittelmaß kommt man sonst nicht hinaus. Ich hatte von der Anzahl der Zuchtboxen (12 an der Zahl) nicht jedes Jahr die Möglichkeit, die notwendigen Verpaarungen durchzurühren, um Spaltvögel zu ziehen. Darum habe ich mir einen Partner ausgesucht, der meine Blutsrichtung hatte und bei dem ich die passenden Spaltvögel in sehr guter Qualität jedes Jahr erwerben konnte. Kontrollierte Linienzucht ist bei den Verpaarungen meiner WS (nicht nur bei den Rez.) angesagt.

Erwähnenswert ist im Zusammenhang mit Rez. Schecken noch: Wer Schwarzaugen züchten möchte und Rez. Schecken x Kontinentalschecken 1 Fakt/Rezessiv verpaart, erzielt bei dieser Kombination unter anderem 25 Schwarzaugen. Aber das wäre wieder ein anders Thema. Trotz aller Schwierigkeiten bleiben sie für mich trotz fehlender Tupfen oder zu dunklen Flügeldecken liebenswerte kleine Clowns, die in meiner Zucht immer einen hohen Stellenwert hatten und auch in Zukunft haben werden. Hier endet mein Bericht über die schwierige Farbe Rezessive Schecken. Mein Vertrag ist sicherlich nicht wissenschaftlich aufgebaut, er gibt lediglich meine Erfahrungen mit diesem Farbschlag wieder. Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit.



Nun folgen noch einige Bildbeispiele für den Kopfbereich bei guten Rezessiven im Vergleich zu WS der Normalreihe. Desgleichen gute und fehlerhafte Flügeldecken bei Rezessiven.
0,1 Dunkelgrün akzeptable Flügeldecke 0,1 Grau für Ausstellung nicht geeignet



1,0 Dunkelgrün vorzügliche Flügeldecke


1,0 Dunkelgrün sehr gute Flügeldecke


1,0 Graugrün gute Flügeldecke

Das Erkennen von Kont.-Schecken Es ist schwer, Kont.-Schecken dem Richt- und Schauwert nach einzuordnen bzw. genau anzusprechen. Bevor wir aber zum Richten kommen, sollten wir uns einmal die markanten Merkmale anschauen. Kaum ein Farbschlag in der WS-Zucht kann so viele Farbvarianten aufweisen, wie gerade der Kont.-Schecke. Alle, die Hellschwinge, der Holl.-Schecke und selbst der Prachtopalin (nach G.Will), der ja keine sichtbare Scheckung aufweist, zählen zum Kont.-Schecken.
Bild l: Kont.-Schecke von vorne Bild 2: Austr.-Schecke

Der Kont.-Schecke wird auch nicht mit zunehmendem Alter dunkler im Gefieder, sondern hellt in den meisten Fällen auf. Das geht so weit, dass WS, die als Jungvogel eine dunkle Schwanzfeder haben, im Alter von zwei Jahren fast alle eine helle Schwanzfeder bekommen. Eines haben alle Kont.-Schecken gemeinsam: Die Zeichnung auf Flügeln, Rücken und Schwanzfedern ist nicht völlig schwarz, sondern etwas aufgehellt. Sie erscheint auf grün oder blau je nach Lichteinfall grauschwarz, eine Reduzierung des schwarzen Pigmentes von bis zu 10%. Ein weiteres Charakteristikum ist der Nackenfleck, der beim Kont.-Schecken immer vorhanden sein muss. Nur Vorsicht, ohne die o.a. Zeichnung und Farbe und nur mit diesem Nackenfleck ist ein WS noch kein Kont.-Schecke. Es kann sich um einen spalterbiger WS, ein Normalvogel einer bestimmten Familie oder anderes handeln.. Ein weiteres Merkmal der Kont.-Schecken ist das Auslaufen der Maske in das Brustgefieder. Dieses sogenannte Lätzchen soll immer vorhanden sein. Fehlt dieses Lätzchen, kann man davon ausgehen, dass wir in den meisten Fällen keinen Kont.-Schecken vor uns haben bzw. der Vogel nicht dem Standard entspricht.

Kleine Deckfedem unter den Flügel eines:

Bild7: Normalvogels


Bild 8: eines Spangles

Oben habe ich angeführt, dass die Farbe je nach Lichteinfall im Idealfall gräulich/schwarz sein soll. Diese Farbe hat sich aber im Laufe der letzten Jahre etwas gewandelt. Sie ist tief schwarz geworden. Ursache dafür ist das Züchten der Schwarzaugen über die Kont.-Schecken mit Rez.-Schecken. Die Rez.-Schecken haben dieses Schwarz eingebracht. Es sieht gut aus, verzerrt meiner Meinung nach aber das Originalbild des Kont.-Schecken. Außerdem haben einige versucht, den Austr.-Schecken in den Kont.-Schecken einzukreuzen. Man wollte Größe einbringen, hat aber den vor Jahren schon genannten Halsbandschecken erhalten. Ein Vogel, der Größe brachte, in der Zeichnung aber zu hell war, teilweise über 50% Aufhellung, und, daher auch der Name, einen gelblichen oder weißlichen Ring am/um den Hals hatte. Kommen wir nun zu den Handschwingen und langen Schwanzfedern. Diese sollen aufgehellt sein. Die aufgehellten Schwung- und Schwanzfedern zählen aber nicht zur Farbe. Eine dunkle Schwanzfeder wird mit Punktabzügen bestraft, l dunkle Schwanzfeder mit l Punkt Abzug. Zwei dunkle Schwanzfedern werden mit 4 Punkten Abzug bewertet. Die Scheckung sollte im Idealfall möglichst symmetrisch ein, d.h. auf beiden Flügel, und oder Körperseiten, wird aber nach bisheriger Zuchterfahrung züchterisch kaum zu beeinflussen sein. Eine Scheckung des Körpers, also Bauch- oder /und Rückenseite, sollte immer vorhanden sein, dem Standard nach bis zu 50%.

Die Säumung der kleinen oberen Deckfedem auf den Flügeln, also das Gelb bzw. Weiß, sind bei einem Kont.-Schecken immer rundlich bis spitz zulaufend, im Gegensatz zum Austr.-Schecken. Dort ist die Säumung immer gerade. Bild 3 und 4:: Die Säumung der oberen Deckfedem eines Kont.-Schecken


Ein weiteres Erkennungszeichen ist die Farbe der Federn unter dem Flügel. Dort ist sie beim Austr.-Schecken immer gelb bzw. weiß, ohne jeglichem Melanin. Bei einem Kont.-Schecken sind aber die unteren kleinen Deckfedem dunkel, mit Melanin durchsetzt. Nur die Schwungfedern sind gelb bzw. weiß, oder dunkel je nach Scheckung. Für den Züchter ist das deutlich zu erkennen, er kann den Vogel in die Hand nehmen, um unter die Flügel zu schauen Der Zuchtrichter kann das aber nicht, wenn er den Vogel vor sich auf dem Richttisch hat. Kleine Deckfedem unter den Flügeln bei

Bild 5: Kont.-Schecken


Bild 6: Austr.-Schecken



Ein deutlich sichtbares Merkmal des Kont.-Schecken ist der dunkle Flügelbug. Hier ist keine Scheckung oder Aufhellung sichtbar. Ist der Flügelbug aufgehellt, haben wir einen Austr.-Schecken vor uns und nie einen Kont.-Schecken Ein weiteres Merkmal des Dom. Kont.-Schecken sind die Wangenflecke. Sie sind immer schwarz/grau oder violett. Sind sie silberfarben oder silberfarbig durchbrochen, ist das Tier kein reiner Kont.-Schecke. Ähnlich verhält es sich mit den Augen, die immer eine Ins haben müssen. Ist keine Iris vorhanden oder deutlich zu erkennen, wird der WS -F.K. - gesetzt. Ein weiteres Zeichen, daß wir einen "reinen" Kont.-Schecken vor uns haben ist die Farbe seiner Füße und Zehen. Die reinen Kont.-Schecken haben gräuliche oder grau/blaue Beine oder helle und/oder eine Scheckung teilweise an den Zehen. Kont.-Schecken, die über Schwarzaugen oder manchmal auch über Austr.-Schecken gezogen wurden, haben auch sehr oft fleischfarbene Beine und Zehen. Fleischfarbene Beine und Zehen sind keine Merkmal eines reinen Kont.-Schecken.

Und nun zu der Punktetabelle für diese Schauklasse 18/2 bzw. 38/2
Position l. Größe, Typ, Haltung u. Flügelstellung:
diese sind wie folgt verteilt:
45 Punkte
Größe: 10 Punkte
Typ: 20 Punkte
Haltung: 10 Punkte
Flügelstellung: 5 Punkte
Position 2. Größe und Form des Kopfes:
dies ist wieder unterteilt in:
20 Punkte
Größe des Kopfes: 10 Punkte
Form des Kopfes: 10 Punkte
Position 3. Farbe: 20 Punkte
Position 4. Maske und Kehltupfen:
Unterteilung in:
Maske: 5 Punkte
Kehltupfen: 5 Punkte
10 Punkte
Position 5. Zeichnung: 5 punkte


Jetzt zum Thema - Bewerten der Kont.-Schecken -

Die Anwendung der Punktetabelle in den Pos.l - Größe, Typ, Haltung und Flügelstellung = 45 P.
Position 2 - Größe und Form des Kopfes =20 P.
Position 3 - Farbe =20 P.
Position 4 - Maske und Kehltupfen = 10 P.
Position 5 - Zeichnung = 5 P.


Unter Pos. 3, der Farbe, gehört auch die Farbverteilung, es können unter diesem Punkt bis zu 10 Punkte in Abzug gebracht werden. Die Farbe der Beine und Füße gehört auch hierzu.
Die Position 4, Maske und Kehltupfen, ist mit 10 Punkten veranschlagt.
Für jedes Merkmal 5 Punkte.

Es sollte aber bedacht werden, daß die Stirnflecke auch dazu zählen, aber, und das ist meiner Meinung sehr wichtig, nicht nur beim Kont.-Schecken werden die Stirnflecke z u s ä t z I i c h mit bis zu 8 Punkten geahndet.
Zur Position 5, der Zeichnung, gehört alles, was schwarz ist, also auch dunkle Schwungfedern usw..

Hier kommt es bei der Zeichnung aufklare Abgegrenztheit zwischen dem Schwarz der Zeichnung und der Körperfarbe, es soll zu keinem Ineinanderlaufen von beiden kommen. Maximal können hier bei der Zeichnung 2,5 Punkte in Abzug gebracht werden. Zur besseren Verständnis noch einmal die Merkmale eines Kont.-Schecken, die immer vorhanden sein müssen:

  • Zeichnung gräulich schwarz
  • Nackenfleck
  • Latz (Auslaufen der Maske in das Brustgefieder)
  • Säumung der kleine oberen Deckfedern spitz zulaufend
  • Augen mit Irisring
  • Wangenflecke lt. Standardbeschreibung
  • Nasenhaut beim 1,0 immer blau
  • kein aufgehellter Flügelbug
  • Farben nie ineinanderlaufend
  • Wangenflecke immer Violett oder Grau

    diese Merkmale sind sichtbar, auch für den Zuchtrichter. Was aber auf dem Richtertisch nicht sichtbar ist, ist die Farbe und Zeichnung auf der Flügelunterseite. Hat der Züchter Zweifel, kann er selber nachschauen und sich überzeugen, wenn er den WS in der Hand hält. Die unteren kleinen Deckfedem sind dunkel, mit Melanin durchsetzt, je nach Scheckung.

    Hier noch einmal die Flügelunterseite eines Kont.-Schecken


    Die Musterbeschreibung der Kont.-Schecken ist ja allen Anwesenden bekannt. Hier als Beispiel der festgelegte Standard des Hellgrünen Kont.-Schecken noch einmal zur Kenntnis:

    Maske:    Butterblumengelb, verziert durch 6 große, runde in gleichmäßigem

    Abstand angeordnete Kehltupfen. Die beiden äußeren durch längliche Wangenflecke teilweise verdeckt. Das Butterblumengelb der Maske erstreckt sich über das Gesicht und die Stirn, um in die Wellenzeichnung am Hinterkopf überzugehen. Das Gesicht und die Stirn sollen rein und frei von jeder Zeichnung sein. Die Maske muß in die Körperfarbe auslaufen (Latz).

    Nasenhaut:    1,0 blau, 0,1 braun

    Augen:    schwarz mit weißer Iris

    Wangenflecke:    Violett

    Körperfarbe:    Rumpf, (Brust, Flanken und Unterseite) hellgrün, von gleichmäßiger Farbtiefe

    Zeichnung:    Ein Nackenfleck in beliebiger Größe muß vorhanden sein. An Wangen, Hinterkopf, Nacken, Schulter und auf den Flügeln grauschwarz mit einer gelben spitzer zulaufenden Säumung. Sie soll frei von jeglichem Einfluß der Körperfarbe sein.

    Schwungfedern:    gelb

    Schwanzfedern:    gelb

    Füße und Beine:    blaugrau marmoriert, fleischfarben oder gescheckt.

    Bemerkung:    Die Farben dürfen in regelmäßigen harmonischen Feldern auf dem Körper bis zu 50% teils in Körperfarbe, teils gelb verteilt sein; Farben nicht ineinanderlaufend, sondern scharf abgegrenzt. Der Vogel in voller Körperfarbe ist bei gleicher Qualität in der Konkurrenz gegeneinander vorzuziehen. Nach diesen Vorgaben haben wir uns beim Richten der Kont.-Schecken zu halten. Dies wird uns sehr oft nicht leicht gemacht, jedoch machen wir es uns selbst auch nicht leicht mit dieser Aufgabe. Hier noch einmal gute Kont.-Schecken, deren Zeichnung nicht klar abgegrenzt ist. Sie verläuft teilweise ins Gelb bzw. Weiß. Das bewirkt natürlich einen Abzug von 1-2 Punkte unter Zeichnung.

    Fotos: Th.Vins und U.Keupke



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    1,0 Gelb aus der Zucht von Horst Karkhoff, Berlin.
    Vater von 1,0 Grau 



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