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Schauvorbereitung mit Fritz Büttner
von Florian Böck

Anläßlich der bevorstehenden oder teilweise auch schon begonnenen Schausaison entstand dieser Artikel, der dem Anfänger sehr hilfreich, im Hinblick auf die optimale Vorbereitung seiner Vögel auf die jeweilige Schau, sein kann. Ich bin auch der Meinung , dass sich Züchter die schon seit längerem im Hobby sind, gegen Neuerungen oder Vorschläge jeglicher Art nicht verschließen sollten, da egal nach welcher Art man seine Vögel auf eine Schau vorbereitet, man niemals von sich behaupten sollte, dass die eigene praktizierte Methode die Beste ist. So ist auch die hier beschriebene Methode, nur eine gute Möglichkeit von vielen.

Der in der Wellensittichzucht bekannte Züchter, Fritz Büttner, gab mir hier in einem Gespräch Auskunft über die von ihm praktizierte Schauvorbereitung, die ich im folgenden wiedergebe.

Florian Böck: Wann beginnt die Schauvorbereitung:

Fritz Büttner: Die Schauvorbereitung beginnt bei mir bereits während der Zucht. Ich mache mir in dieser Zeit bereits Gedanken, welcher Vogel für eine Schau geeignet ist und welcher eher nicht. An der Art und Weise wie sich ein Vogel bereits im Nistkasten gibt, läßt sich auf seine späteren Schaueigenschaften, sowohl im Aussehen als auch im Verhalten, schließen.

Als nächstes lege ich mir ein Konzept zurecht und stelle mir die Frage, welche Schauen ich überhaupt besuchen möchte.

Manche Züchter, zu denen ich mich nicht zähle, lassen keine Chance, zu einer möglichen Schau, ungenutzt. Ich nehme mir jedes Jahr eigentlich nur zwei große Schauen vor, das ist die Europaschau Mitte August und die Bundesschau Ende November. Die bayrische Landesschau habe ich zum letzten Mal in Vilsbiburg beschickt, das ist bereits 6-7 Jahre her. Das war auch nur deswegen der Fall, da ich im selben Jahr für die Europaschau zum richten eingeteilt war und deswegen ein bißchen mehr Spielraum hatte, was das Beschicken von Schauen angeht. Sonst erscheint mir der Terminplan mit 3 Schauen in diesem kurzen Zeitraum zu knapp um auf jeder Schau die erste Wahl meiner Vögel in Topkondition zu präsentieren. Jetzt zur Vorbereitung an sich. Ich habe das natürlich im Laufe von 35 Jahren, in denen ich jetzt schon Wellensittiche züchte, auch schon verschieden gehandhabt. Ich habe früher die Schauvorbereitung mit Sicherheit ernster genommen, als ich es heute mache. So habe ich die Vögel mindestens 6 Wochen vor der Schau in Boxen gesetzt. Heute bin ich der Meinung, dass 6 Wochen fast zu lange sind. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Vögel während der ersten 8 Tage, durch die Umstellung, abbauen. Nach weiteren 8 Tagen sind die Vögel wieder in dem Stadium in dem sie waren, bevor sie in die Boxen kamen. Nach dieser Zeit bauen sie noch zwei bis drei Wochen auf, aber dann ist meist das Maximum erreicht und man sehnt die Schau herbei. Mir ging es Jahre so, dass ich nach der vierten bis fünften Woche, in der die Vögel in den Boxen waren, die Schau derart herbeigesehnt habe, da die Vögel von Tag zu Tag wieder abbauten. Es kam auch vor, dass die Vögel, sich nach dieser relativ langen Zeit, untereinander zu bekämpfen begannen oder in Brutbereitschaft kamen. Das war zum Beispiel bei meiner Bundessiegerhenne 94/95 der Fall, die zwei Tage vor der Bundesschau 96 damit begann, Eier auf den Käfigboden zu legen. Natürlich muß man 8 Wochen vor der Schau die Vögel noch einmal kontrollieren und Schwungfedern die gebrochen oder beschädigt sind ziehen, da diese 6-8 Wochen brauchen um wieder vollständig nachzuwachsen.

Florian Böck: Wie sieht die Fütterung währen der Vorbereitung auf die Schau aus?

Fritz Büttner: Körnerfutter, also eine Hirsemischung, stellt die Basis in der Schauvorbereitung dar. Keimfutter bekommen meine Vögel 2-3 mal die Woche, was allerdings die Vögel im Flug genauso bekommen. Wenn ich der Meinung bin, dass die Vögel an Masse noch etwas zulegen könnten, dann verfüttere ich vermehrt Hafer. Allerdings nicht den eingeweichten Hafer, sondern trockenen Hafer in der Spelze. Da ich der Meinung bin, dass die Vögel anteilsmäßig vom trockenen Hafer mehr fressen können, da dieser nicht so voluminös ist wie der eingeweichte Hafer. Wenn die Vögel dann noch dazu trinken, quillt der Hafer auf und die Vögel haben mehr Futter aufgenommen, als sie es bei eingeweichtem Hafer getan hätten.

Nicht vergessen werden darf, dass die Vögel den Hafer gerne aufnehmen und es fast sicher ist, dass sie dadurch an Gewicht zunehmen. Zusätzlich bekommen meine Vögel rote Kolbenhirse während der Schauvorbereitung.

Florian Böck: In welcher Form wird das Besprühen vor der Schau praktiziert?

Du hast es selbst bei mir im Garten gesehen, dass die Vögel eigentlich das ganze Jahr über besprüht werden. Wenn ich im Garten bin, drehe ich von Zeit zu Zeit, die Sprenkelanlage auf und lasse die Vögel maximal 5-10 Minuten besprühen. Der Sprühstaub tut den Vögeln vorallem während der heißen Tage im Hochsommer sehr gut. So muß ich vor der Schau nicht mehr allzuviel sprühen, da die Vögel vom Gefieder aus dem Flug schon einiges mitbringen. Dann, wenn die Vögel in den Boxen sind, besprühe ich in regelmäßigen Abständen mit einer Blumenspritze. Früher habe ich die Vögel vor der Schau sogar komplett in Wasser mit zugesetztem Babyshampoo gebadet, was ich heute nicht mehr praktiziere. Da ich der Meinung bin, dass es nicht soviel nützt, wie es Arbeit macht und für die Vögel nur eine enorme zusätzliche Belastung darstellt. Außerdem muß man, wenn man die Vögel badet, verstärkt darauf aufpassen, dass die Käfige hygienisch einwandfrei sind, da die Vögel sonst nach dem Baden dreckiger sind als vorher. Bei Inos, die bedingt durch ihre Farbe, sehr anfällig für Verschmutzung sind, es meist nicht zu umgehen, diese auch zu waschen. Hier verwende ich dann Babyshampoo mit lauwarmem Wasser. Diese Waschung sollte allerdings einige Tage vor der Schau stattfinden, um den Vögeln die Möglichkeit zu geben ihr Gefieder wieder zu ordnen und mit der Bürzeldrüse aktiv zu werden.

Blutkiele am Kopf müssen je nach Entwicklungsgrad vor der Schau mit den Finger gezwirbelt werden, dadurch kann man den Kiel von der Feder lösen und dem Vogel so ein weit größeres Kopfvolumen. Allerdings ist bei noch nicht so weit entwickelten Kielen Vorsicht geboten, da man sich den ganzen Vogel für die Schau verderben kann, wenn man bei der Behandlung dieser Kiele unvorsichtig ist. Hier denke ich vorallem an unfertige Federn der Flügel und Schwanzpartie.

Florian Böck: Wann werden die Kehltupfen der Schauvögel gezupft (auf dieses Thema wird im folgenden noch genauer eingegangen)?

Fritz Büttner: Wenn es mir die Zeit erlaubt ca. 2 Tage vor der Schau. Ich bin der Meinung, dass der Vogel dann genau die Zeit hat die er braucht, um sein Gefieder wieder zu ordnen und man nicht Gefahr läuft, dass der Vogel bis zur Schau wieder einen oder mehrere Kehltupfen verliert. Wie oft habe ich schon erlebt, dass nach einer 2-3 tägigen Schau, einem meiner Schauvögel, bereits ein oder mehrere Kehltupfen fehlten.

Florian Böck: Wie wird der Schaukäfig vorbereitet?

Fritz Büttner: Die erste Voraussetzung die für den Schaukäfig erfüllt werden muß ist, dass der Käfig sich in einwandfreiem Zustand, sowohl aus hygienischer Sicht, als auch aus Sicht des Käfigzustandes. Ich sehe sehr oft auf Schauen, egal ob das nun die Europa-, Bundes- oder Landesschau ist, Käfige, die in diesen Belangen nicht einwandfrei sind. Es ist traurig, dass der Gesamteindruck eines auch noch so guten Vogels, an einer schlechten Präsentation scheitert. Man muß sich mal überlegen in welchem Verhältnis der Aufwand für einen optimalen Schaukäfig zur Zeit steht, die man für die Zucht eines guten Schauvogels benötigt.

In den Käfig gebe ich Hirsemischfutter in ca. 2-3 Zentimetern Höhe. Lieber ein bißchen mehr als zu wenig, da ich der Meinung bin, dass die Vögel ungern bis zu den Knien im Futter stehen und man sie so dazu bringt, sich auf die Stange zu setzen.

Florian Böck: Welche Tips kannst Du zum Transport der Vögel zur Schau geben?

Fritz Büttner: Ideal sind die von vielen Züchtern verwendeten Tragetaschen, da die Vögel darin ruhiger sitzen, allerdings sind diese auch nur begrenzt, was die Anzahl der zu transportierenden Vögel angeht, einsetzbar.

Man muß bei dem Transport zu den Schauen zwischen der Europaschau, bei der es sehr heiß sein kann und der Bundesschau, bei der es sehr kalt sein kann, unterscheiden. Zum Glück habe ich in meinem jetzigen Auto eine Klimaanlage und nicht mehr die Probleme, die ich noch zuvor, witterungsbedingt, hatte. Ich rate jedem Züchter die Vögel nicht im Kofferraum, wo die Vögel den äußeren Temperaturen ausgesetzt sind, zu transportieren, sondern sie, wenn möglich, im Innenraum des Fahrzeugs aufzubewahren, da man hier durch Heizung oder Lüftung die Temperatur einigermaßen regulieren kann.

Florian Böck: Wie läuft bei Dir der Transport der Vögel von der Schau nach Hause ab?

Fritz Büttner: Beim Ausliefern darf man die Vögel auf keinen Fall zu lange draußen in der Zugluft stehen lassen und sollte sie möglichst zügig zum Auto bringen. Wenn ich dann zu Hause ankomme, dann sind die Boxen meist schon vorbereitet und ich brauche die Vögel nur noch umzusetzen. In diesen Boxen lasse ich die Vögel dann meist 3-4 Tage, um ihnen die Möglichkeit zu geben, sich vom Schaustreß zu erholen. Danach entscheide ich je nach Zustand des jeweiligen Vogels, ob ich ihn nun sofort ansetze oder ihm noch weitere Zeit gebe, sich von der Schau zu erholen.

Die Vorbereitung der Maske für die Schau

Anhand der folgenden Bilder soll, dem Anfängerzüchter und auch dem Fortgeschrittenen, die Vorgehensweise bei der Präparation der Maske demonstriert werden. Hierbei wurden absichtlich drei vollkommen unterschiedliche Vögel (allesamt aus der Zucht von Fritz Büttner), nämlich eine opalin hellblaue Henne mit extrem vielen Kehltupfen, eine dunkelgrüne Spanglehenne und ein hellblauer Hahn mit durchschnittlichen Kehltupfen ausgewählt. Fritz Büttner zupft seine Vögel mit den Fingern, da er seiner Meinung nach so schneller und präziser arbeiten kann als mit einer Pinzette. Allerdings muß jeder Züchter in der Praxis selbst herausfinden ob es ihm leichter fällt die Vögel mit den Fingern oder mit der Pinzette zu zupfen, oder sie mit Hilfe einer Schere zu schneiden. Egal ob Finger, Pinzette oder Schere die Vorgehensweise bleibt die gleiche.

Bild 1a Bild 2a Bild 3a

Bild 1 zeigt eine opalin hellblaue Henne mit sehr viel Melanin. Das Melanin hat den Vorteil, dass dieser Vogel ideale Kehltupfen besitzt. Allerdings gehen mit der Anhäufung des Melanins auch Stirnflecken einher, was diesen Vogel für eine Schau unbrauchbar macht. Auf dem zweiten Bild ist sehr schön der Unterschied zwischen der ungezupften rechten Maskenpartie und der bereits präparierten linken Maskenhälfte zu sehen. Beim Zupfen der Maske ist es von Vorteil von oben nach unten zu arbeiten, da man nach dem Entfernen der oberen Kehltupfen im Schnabelbereich bereits die komplette Tiefe der Maske erkennen kann. Danach ordnet man die großen Kehltupfen wieder und schaut welche der manchmal sogar dreifach vorhandenen Kehltupfen man am besten entfernt. Teilweise ist es ratsam im Sinne einer besseren Symmetrie einen schöneren Kehltupfen zu entfernen und den dazugehörigen Schattentupfen stehen zu lassen. Bild 3 zeigt den fertig gezupften Vogel hier ist allerdings ein kleines Malheur zu sehen welches beim Zupfen in regelmäßigen Abständen auftritt. Es wurde auch ein noch durchbluteter Kiel verletzt, was zur Folge hat, dass der Vogel gewaschen werden muß.



Bild 1b Bild 2b Bild 3b




Die Bilder zeigen eine dunkelgrüne Spanglehenne. Aufgrund ihrer spangletypischen aufgehellten Kehltupfen stellen die Spangles für manchen Züchter eine besondere Herausforderung dar, da man diese Kehltupfen nicht so leicht vom Gefieder der übrigen Maske unterscheiden kann. Bild 1 zeigt den Vogel wiederum im unbehandelten Zustand mit seinen bis weit nach oben reichenden Kehltupfen. Im zweiten Bild wird die Vorgehensweise verdeutlicht, bei der man zuerst die Kehltupfen entfernt die keinenfalls für die Schaumaske in Frage kommen und sich erst dann den anderen widmet. Auf dem dritten Bild ist der Vogel dann im fertigen Zustand mit zwei gleichmäßig großen Kehltupfenpaaren links und rechts sowie den kleinen Kehltupfen unter den Wangenflecken zu sehen.




Bild 1c Bild 2c



Der letzte Fall schildert einen hellblauen Hahn mit relativ lockerer Maske. Hier darf man auf keinen Fall den Fehler machen und einen Kehltupfen voreilig ziehen, da dies den ganzen Vogel für eine Schau unbrauchbar machen kann. Im ersten Bild ist der Vogel im natürlichen Zustand zu sehen. Man kann hier schon die unsymmetrische Maske erkennen welche meist auf fehlende Kehltupfen zurückzuführen ist. Fehlende Kehltupfen kann man mit ein bißchen Geschick durch Kehltupfen ausgleichen, die man bei einer kompletten Maske nicht hätte stehen lassen. Das Endresultat in Bild 2 zeigt den Vogel der trotz des anfänglichen Handicaps doch noch recht ansehnlich geworden ist.



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