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Abgestorbene Eier und Schlupfprobleme
von Dr. J. W. & Kay Totten
Übersetzung: Florian Böck

„Die erfolgreichen Züchter sind diejenigen die auf die Details achten“

Über Jahre hinweg haben wir in verschiedensten Veröffentlichungen Theorien gefunden, die die den Tod der Jungen im Ei und Schlupfprobleme betreffen. Wir können uns nicht erinnern jemals einen Artikel gelesen zu haben mit dem wir nicht einer Meinung gewesen wären, allerdings war auch kein Artikel dabei, in dem der Autor das Thema in allen Einzelheiten behandelt hätte. Aus diesem Grund haben wir uns dafür entschieden alle möglichen Aspekte die in diesem Zusammenhang einen Rolle spielen können zusammen zutragen. Da wir auch keine unfehlbaren Lösungen liefern können ist es unser Ziel, die Frage objektiv abzuhandeln und unsere Überlegungen kompakt und so präzise wie möglich darzustellen. So wollen den Züchtern, die das Gefühl haben mal mehr Pech als gewöhnlich zu haben anhand dieser Punkte ihren Stamm zu überprüfen und die jeweilige Ursache für ihre Mißerfolge herauszufinden.

Jedes Jahr hören wir von schlechten Zuchtergebnissen in der einen oder anderen Gegend, trotzdem haben die selben Züchter auch Erfolg und volle Nester mit gesunden Jungen.

Sie haben zwar Verluste aber sie sind trotzdem in der Lage in ihrer jeweiligen Züchterstufe Hervorragendes auf den Schauen auszustellen. Sicherlich gehört hierzu nicht nur Glück.

Wir sind der festen Überzeugung, dass die Erfolgreichen diejenigen sind, die auf die Details achten.

Bevor wir zur Diskussion der Frage vom Abgestorbene Eier und Schlupfproblemen kommen möchten wir feststellen, dass es absolut sinnlos ist Vögel brüten zu lassen, die nicht vollkommen fit sind.

Gesundheit kann den Wellensittiche genauso wenig gefüttert werden, wie uns Menschen .

Wellensittiche brauchen sauberes frisches Wasser, frische Luft und viel Bewegungsfreiheit.

Haben sie dies nicht sind Probleme während der Brutsaison vorprogrammiert, doch selbst wenn all diese Bedingungen erfüllt sind kann es zu Abgestorbene Eier und Schlupfproblemen kommen.

Im folgenden möchten wir einige Punkte näher erläutern die in diesem Zusammenhang eine Rolle spielen:

1. Fehler bei den Eltern

2. Fehler des Züchters

3. Fehler in der unmittelbaren Umgebung

4. Fehler am Ei

5. Fehlentwicklung des Embryos oder des Jungen

6. Fehler in der weiteren Umgebung

1. Fehler der Eltern

(a) mangelhafte Gesundheit, besonders der Henne, führt zu ungenügendem Bebrüten;

(b) zwischenzeitliche Krankheit der Henne unterbricht das Bebrüten;

(c) zu lange Krallen, die die Eier verletzen;

(d) Behacken der Eier durch andere Vögel die in das Nest eindringen;

(e) Auskühlen des Eis, wenn es aus der Nistmulde rollt;

(f) unnormale Ei- oder Spermazellen;

(g) Veränderungen der Gene;

(h) nicht zusammenpassende Blutgruppen;

2. Fehler des Züchters

(a) falsches Füttern;

(b) schlechte Brutgelegenheit;

(c) zu häufiges züchten oder ausstellen;

(d) allgemein mangelhafte Kondition der Vögel;

(e) zu trockene oder zu feuchte Umgebung;

(f) verschmutzte Eier;

(g) zu Große Gelege;

(h) rote Vogelmilbe;

3. Fehler in der unmittelbaren Umgebung

(a) zu trockenes Nest;

(b) zu feuchtes Nest;

(c) direktes Sonnenlicht auf der Nistbox;

(d) zu kaltes Wetter;

4. Fehler am Ei

(a) schmutzige Schale;

(b) zu dünne Membran;

(c) addled Ei;

(d) Eischale enthält zu viel Calcium durch verspätetes Legen;

(e) Eischale enthält zu wenig Calcium, hat poröse Stellen;

5. Fehlentwicklung des Jungen

(a) Fehlentwicklung des Jungen im Ei;

(b) junges zu schwach um alleine zu schlüpfen;

(c) verfrühtes anpicken der Schale durch das Junge;

(d) genetisch veranlagte Behinderung des Jungen, die ein erfolgreiches Schlüpfen verhindert;

6. Fehler in der weiteren Umgebung

(a) stören der Vögel in der Nacht durch Katzen , Mäuse , Autolichter...

dies verursacht unterbrochenes Bebrüten;

1. Fehler der Eltern

(a) mangelhafte Fitneß von Hahn oder Henne

Ohne Zweifel ist dies der bedeutendste Faktor, der zum Versagen der Zucht führen kann. Wir alle wissen, dass kranke Vögel nicht aneinander interessiert sind sich nur zögernd paaren und das Nest nicht annehmen. Sie produzieren auch eine große Zahl von unbefruchteten Eiern.

Wie auch immer, wenn wir befruchtete Eier in einem Nest finden, haben wir große Hoffnungen

die Vögel gut vorbereitet und richtig verpaart zu haben.

Gerade deshalb ist der Abgestorbene Eier eine so große Enttäuschung. Alle unseren sorgfältig vorbereiteten Brutpläne geraten im Nu durcheinander.

Falls dies in mehreren Nestern passiert, sollten wir uns die Frage stellen, ob die Vögel wirklich in bester Kondition waren, als wir sie angesetzt haben.

Dies betrifft vor allem die Hennen.

Einen Henne die nicht hundertprozentig fit ist wird die Eier nicht richtig bebrüten, so können die Jungen nicht gesund heranwachsen und sind zu schwach um von selbst zu schlüpfen. Solche Jungen beginnen die Schale anzupicken und sterben dann vor Erschöpfung. Sie müssen mit besonderen Schwierigkeiten fertig werden, die später diskutiert werden aber ihnen fehlt vor allem die Vitalität um sich selbst aus der Schale zu befreien.

Dies trifft für einen großen Teil der Jungen zu, die zwar ganz normal im Ei herangewachsen sind, aber dann tot im angepickten Ei gefunden werden.

Wenn das Junge schon stirbt, bevor es einen Versuch gestartet hat zu schlüpfen liegt es meistens daran, dass die Nährstoffe im Dottersack nicht vollständig von dem Jungen aufgebraucht worden sind.

Der Grund dafür liegt auch in unzureichender oder unterbrochener Bebrütung durch die Henne. Die Ursache hierfür ist wie erwähnt die mangelnde Fitneß der Henne oder aber auch:

(b) zeitweilige Krankheit der Henne

Dies ist wesentlich weiter verbreitet, als viele Züchter glauben. Um ihre Eier richtig zu bebrüten, darf die Henne ihr Gelege für mindestens 18 Tage nur für wenige Augenblicke verlassen; etwa um zu fressen. Ist es kalt können die Eier innerhalb kürzester Zeit auskühlen, falls die Henne nicht schnell auf ihre Eier zurückkehrt. Dies kann passieren, wenn sie krank ist. Wenn sie dann zu den Eiern zurückkehrt, preßt sie ihren Körper nicht auf die Eier um sie zu wärmen und die Jungen sterben. Erst wenn sie sich wieder besser fühlt setzt sie das Brüten fort.

Solange der Züchter allerdings nicht bemerkt, dass es der Henne schlecht ging, kann er sich den Tod der Jungen auch nicht erklären. Ein ganzes Nest von befruchteten Eiern kann auf diese Weise verloren gehen. Manchmal ist es möglich die Eier einer anderen Henne unterzuschieben, falls man es rechtzeitig bemerkt, dass die Henne nicht richtig brütet.

Es reicht allerdings nicht zu wissen dass die Henne im Nest, ist sie könnte auch tot sein. Es ist ratsam die Henne jeden Tag aus dem Nest zu nehmen und sich zu vergewissern, dass es ihr gut geht. Wenn eine Zuchtbox überprüft wird bleiben manche Henne ruhig auf ihren Eiern sitzen, während sich andere von den eiern herunter bewegen und daneben sitzen bleiben. Eine kranke Henne bleibt unverändert neben ihren eiern sitzen, deshalb ist es notwendig die Henne außerhalb des Nests zu sehen um sicher zu gehen, dass es ihr gut geht. Wenn die Eier nicht warm sind sollte man sie einer anderen Henne unterschieben und sie durch leere Eier oder durch Plastikeier ersetzen. Viele Tragödien können allein dadurch verhindert werden, dass man sicher stellt die Hennen jeden Tag außerhalb des Nests zu sehen. Dazu sollte man den Hennen vom ersten Tag an, an dem sie die Nistbox betreten beibringen den Kasten zu verlassen, wenn wir mit dem Finger von außen daran klopfen. Es ist überraschend zu sehen wie viele der Hennen dies begreifen so dass es ein leichtes ist sie zur Inspektion aus dem Nistkasten zu locken während sie brüten. wir haben auf diese Art und Weise schon viele Nester gerettet, so dass das Risiko, dass die Henne die Eier durch die Störung kaputt macht, mehr als ausgeglichen ist.

All diese Bemerkungen betreffen natürlich erst recht die Hennen die ihre Jungen schon füttern. Eine Henne der es schlecht geht wird ihre Jungen vernachlässigen, sie nicht richtig füttern oder sie ganz einfach töten weil sie das ständige Gepiepse der hungrigen Jungen auf Dauer nicht aushält. Bestrafen Sie sie nicht bemitleiden Sie sie lieber und helfen Sie ihr.

(c) Zu lange Krallen verursachen Verletzungen der Schale

Verletzungen der Eischale auf diesem Wege können immer vorkommen und die Löcher sind meistens zu klein um sie mit bloßem Auge sehen zu können. Falls dies in einem frühen Stadium auftritt vertrocknet das innere das Eis und der Dottersack raschelt im Inneren des Eis, dieses neigt dazu auf eine Spitze zu rollen wie ein Stehaufmännchen. Passiert es hingegen in einem späteren Stadium stirbt das Junge, der Dottersack trocknet aus und klebt an dem Jungen fest. Eine trockene verklebte Membran bedeutet, dass die Eischale verletzt worden ist. Unser Rezept dagegen ist ganz einfach sicher zu stellen dass die Krallen der brütenden Vögel nicht zu lang oder zu scharf sind. Dies betrifft natürlich genauso den Hahn. Verletzungen an der Eischale sind häufig der Fall, wenn der Hahn sehr viel Zeit in der Nistbox verbringt. Wenn man Sägespäne als Einstreu in den Nistkästen verwendet verhindert man, dass die Eier zu stark angestoßen werden und polstert sie gleichzeitig.

(d) Zerhacken der Eier durch andere Vögel die in das Nest eindringen oder durch die Henne, wenn sie die Eier umdreht

Dies verletzt in der Tat die Eischale und das Junge stirbt.

(e) Herausrollen des Eis aus der Nistmulde durch die Eltern und Auskühlen des Eis

Auf diese Art und Weise kann das Junge sterben. Da die Eier oft danach wieder von der Henne in die Nistmulde zurückgerollt und weiter bebrütet werden, kann es passieren, dass es dem Züchter nicht auffällt und es ihm erst auffällt, wenn das Küken nicht schlüpft.

(f) Unnormale Ei- und Spermazellen

Dies kann zu Veränderungen am Jungen führen die ein normales heranwachsen und schlüpfen unmöglich machen. Der Tod kann in verschiedenen Stadien erfolgen oder das Junge schlüpft deformiert. Nur Junge mit weniger schlimmen Behinderungen überleben.

Küken mit starken Veränderungen sterben bevor sie schlüpfen.

(g) Gene

sind eine andere Erklärung dafür, dass es manche Jungen nicht schaffen zu schlüpfen.

(h) nicht zueinander passende Blutgruppen der Elternvögel

Dies könnte ein Grund sein, warum manche Jungen während der ersten Lebenstage sterben.

2. Fehler des Züchters

(a) falsches Füttern

Solange man den Vögeln kein reichhaltiges, ausgewogenes Futter gibt, sollte man nicht mit dem Züchten beginnen. Viel zu viele Züchter geben fast mehr Geld, als sie sich eigentlich leisten können, für Spitzenvögel aus und erwarten dann erstklassige Nachzucht, obwohl sie sie nur mit Wasser und Körnern ernähren. Es kann sein dass es etwas übertrieben ist, aber wir haben dies mit Absicht getan um zu betonen, dass man keine gute Nachzucht zu erwarten hat, wenn die Vögel nicht richtig gefüttert werden, gut untergebracht sind und gut gepflegt werden.

Man kann natürlich das Geld für einen Rolls Royce zusammen sparen, aber was kann man erwarten, wenn man ihn dann mit Heizöl füttert?

Wir sind der Meinung, dass kein Weg an einer ausgewogenen Fütterung vorbei führt.

Jeder Züchter hat hierbei seine eigenen Methoden. Wenn Sie gute Erfolge haben würden wir sagen ihre Vorgehensweise ist in Ordnung. Falls jedoch irgend etwas nicht stimmt, sollten sie die folgenden Punkte einmal überprüfen:

Die Nachzucht eines „Besten Vogels der Schau“ beginnt vor der Verpaarung! Zuerst einmal müssen die Elternvögel in beste körperliche Kondition gebracht werden. Dies tut man, indem man ihnen soviel Freiflug wie möglich gewährt und sie täglich mit guter Kanarien-und ...Saat, gutem Grit und frischem Wasser versorgt. Die Fütterung mit Spezialfutter sollte sofort aufgenommen werden, wenn sich die Vögel beginnen zu verpaaren. Meiner Meinung nach ist es wichtig, dass die Dottersäcke der Jungen alle wichtigen Nährstoffe für das heranwachsende Küken enthalten. Wenn die Eier einmal gelegt sind können weder die Eltern noch der Züchter etwas tun um das Junge mit Stoffen zu versorgen die ihm unter Umständen fehlen. Der Dottersack ist der einzige Nährstoffvorrat, den das Junge zur Verfügung hat bis es schlüpft. Falls hier Vitamine, Mineralien, Proteine, etc., fehlen wird das Junge unter diesem Mangel leiden. Wir sind sicher, dass dies von den ernsthaften Züchtern zur Kenntnis genommen wurde und sie deshalb gerne die zusätzliche Arbeit in Kauf nehmen, die die extra Ernährung bereitet. Sonst leiden wir später selber unter unserer Faulheit wenn dann nämlich nach einer guten Zucht mit vielen befruchteten Eiern die Jungen während oder kurz nach dem Schlüpfen wegen der zu großen Anstrengung sterben. Wir wollen bezüglich des Futters nicht sie Alleinwissenden spielen, aber wir haben die Erfahrung gemacht, dass braunes Brot das mit Kuhmilch vollgesogen ist oder noch besser Milchpulver das zusätzlich Vitamine enthält, etc., und zusätzlich eingeweichtes Getreide alles ist was benötigt wird. Wenn sich die Elternvögel einmal daran gewöhnt haben dies zu fressen kann man sicher gehen, dass das heranwachsende Junge in seinem Dottersack alle Stoffe hat, die es benötigt um sich gesund zu entwickeln, bis es schlüpft und auch danach noch die beste Ausgangsbasis hat um schnell und gesund heranzuwachsen.

(b) schlechte Brutgelegenheit

Es gibt keine allgemein gültigen Vorschriften, die die Größe von Nistkästen und Käfigen betreffen, aber Vögel die das ganze Jahr über in kleinen Käfigen gehalten werden, werden niemals die gleiche gute Kondition für eine erfolgreiche Zucht erlangen wie Vögel mit viel Freiflug. Es werden zwar auch befruchtete Eier gelegt allerdings können die Jungen nicht so gut schlüpfen.

Die einzelnen Zuchtkäfige sollten durch die Abtrennung einer großen Voliere gestaltet werden, sollte dies nicht möglich, müssen die Zuchtkäfige auf jeden Fall an eine Voliere angeschlossen sein. Auch die Belüftung erfordert besondere Beachtung. Es darf auf jeden Fall kein Zug entstehen, da dies vielen Vögeln den Tod bringt, besonders während der Brutzeit.

Jeder Züchter muß für seinen Zuchtraum die optimale Belüftung herausfinden möglichst nach der altbekannten Regel, dass die kühle Luft unten herein- und die warme Luft oben herausströmen kann.

Gutes Licht ist in einem Zuchtraum unabdingbar, allerdings ist dies wiederum von Zuchtraum zu Zuchtraum unterschiedlich. In den ersten Monaten des Jahres ist es wichtig die Zeit in der es hell ist künstlich zu verlängern. In der Tat ist es eine gute Idee dies schon zu machen bevor die Brutsaison beginnt, um den Vögeln zu ermöglichen, dass sie sich bereits daran gewöhnen um so den Zuchterfolg weiterhin zu steigern.

Was das beheizen der Zuchträume betrifft sind wir der Ansicht das dies zu keiner Zeit des Jahres wirklich notwendig ist. Da wir allerdings noch nie während der kalten Monate gezüchtet haben fühlen wir uns nicht in der Lage Aussagen darüber zu machen ob man dann doch besser heizen sollte. Aber wir sind sehr sicher, dass abgesehen von der Brutzeit gesunde Vögel keine künstliche Wärme benötigen.

(c) zu häufiges Züchten oder Ausstellen

Es ist ratsam ein Pärchen nicht mehr als zwei mal pro Brutsaison anzusetzen, da wir der Meinung sind, dass das Brüten die Henne auf jeden Fall schwächt. Wir haben das Gefühl, dass die Kondition der Henne während der Brut sinkt, da sie so viel Zeit in der Zuchtbox verbringt. Wenn die erste Runde beendet ist, ist es kein Problem die Vögel noch einmal anzusetzen. Sollte die Henne allerdings nach Beendigung der zweiten Brut noch einmal beginnen Eier zu legen, sollte man sie ihr wegnehmen und anderen Hennen unterschieben.

Falls sie wollen, dass ihre Henne auch im nächsten Jahr erfolgreich ist, sollten sie der Versuchung widerstehen sie mehr als zwei mal anzusetzen. Wenn man dies nicht beachtet, sind Mißerfolge in der nächsten Brutsaison die logische Konsequenz, falls die Henne überhaupt bis dahin überlebt. Die Sorge „nichts aus ihr heraus zu holen“ treibt viele Züchter dazu, sie immer und immer wieder an verschiedene Männchen zu verpaaren, bis sie schließlich verzweifelt aufgeben. Sie würden sich viel Ärger und Sorgen sparen, wenn sie bemerkt hätten und akzeptieren würden, dass die Henne schon längst aufgegeben hatte.

Was das Ausstellen betrifft, sind wir der Meinung, dass Hennen innerhalb einer Saison nicht öfter als dreimal und Hähne nicht öfter als fünfmal ausgestellt werden sollten. Viele Vögel fressen während der Ausstellungen nicht richtig, und wenn man sie danach beobachtet wird sofort auffallen, dass sie deutlich an Gewicht verloren haben. Sie sind normalerweise sehr müde und brauchen mindestens zehn bis vierzehn Tage bis sie ihre Topkondition wieder erreicht haben. Ungenügendes Fressen, schlechte Behausung und zu häufiges Ansetzen und Ausstellen bzw. eine Kombination aus diesen Faktoren führt zu:

(d) allgemein mangelnde Fitneß

Es wurde bereits erläutert, wie dies zu einem Tod des Jungen im Ei und zu Schlupfproblemen führen kann.

(e) zu trockene oder zu feuchte Umgebung

Es bestehen keine Zweifel daran, dass die Luftfeuchtigkeit in der Nistbox eine ausschlaggebende Rolle im Bezug aus die Schlüpffähigkeit spielt. Jeder Versuch die optimale Luftfeuchte in der Nistbox ständig zu gewährleisten würde zu viel Arbeit kostet. Unserer Erfahrung nach ist es wesentlich entscheidender, wie die Luftfeuchte in der Nistbox ist, als die der restlichen Zuchtanlage. Elektrische Heizöfen oder Wärmestrahler trocknen die Luft aus. Dem kann durch eine Schale mit Wasser oder durch bespritzen des Bodens abgeholfen werden, allerdings beeinflußt unserer Erfahrung nach keine dieser Methoden die Schlupffähigkeit. Der Grad der Luftfeuchte in der Zuchtbox ist wesentlich wichtiger, dieses Problem soll später ausführlicher besprochen werden.

(f) verschmutzte Eier

Die letzten zwei oder drei Eier sind häufig mit dem Kot der anderen Jungen verschmutzt. Die Eier sind schnell mit einer harten undurchlässigen Schicht umgeben, die die Jungen entweder erstickt oder am ausschlüpfen hindert. Wenn man Sägespäne als Einstreu verwendet, wird dieses Problem gelindert. Falls es notwendig ist die Eier zu waschen sollte man unbedingt warmes Wasser verwenden . Auf gar keinen Fall sollte man versuchen den Kot abzukratzen, da man so teile der Schale mit abbröckelt und die Jungen auf diese Weise sterben. Eher noch sollte man versuchen sie mit einem feuchten Finger abzureiben.

(g) zu große Gelege

Falls die Henne zu viele Eier gelegt hat, d.h. mehr als sechs – ist es für sie unmöglich alle Eier ausreichend zu bebrüten. Alle Eier die über diese Zahl hinausgehen sollte man einer anderen Henne unterschieben und sie möglichst vorher beschriften um später die Jungen richtig zuordnen zu können. Selbst wenn die Eier ausreichend bebrütet werden, ist es unumgänglich, dass man die letzten Eier dann vom Kot der anderen Jungen befreien muß, was wie beschrieben einen Gefahr für das Leben der noch nicht geschlüpften Jungen darstellt.

Es ist tatsächlich sehr schwierig alle Jungen aus einem Gelege mit mehr als sechs Eiern zum Schlüpfen zu bringen ohne zumindest die letzten zwei Eier zu waschen.

(h) rote Vogelmilben

Da diese in der Nacht herauskommen, stellen sie eine Störung für die brütenden Hennen dar, die sie dazu veranlassen könnte die Eier zu verlassen.

Es kann auch passieren, dass ihr ständiges Schaben und Kratzen die Eierschalen beschädigt oder die Eier aus der Nistmulde herausgeschoben werden, so dass die Jungen dann aus den genannten Gründen nicht schlüpfen.

3. Fehler in der unmittelbaren Umgebung

(a) zu trockenes Nest oder

(b) zu feuchtes Nest

Dies beiden Punkte können gut zusammen besprochen werden.

Falls die Luft in der Zuchtbox zu trocken ist, geht die Feuchtigkeit der Schale schnell verloren, wenn das Junge beginnt an der Schale zu picken. Bevor es das Junge schafft zu schlüpfen, trocknet die Membran aus und klebt sich an das Junge, das in ihr gefangen gehalten wird und erstickt; sein Beschützer über die langen Tage der Bebrütung hinweg wird zu seinem Totentuch und die Schale sein Sarg. Dies trifft auf einen Großteil der Verluste von Jungen während des Schlüpfens zu. Man kann das Junge zuvor energisch picken hören aber es schafft es nicht sich aus der Schale zu befreien.

Wenn die Bedingungen in der Nistbox auf der anderen Seite zu feucht sind, klebt sich Kot und anderer Dreck an die Schale des Eis und erstickt so das Junge bevor es beginnt auszuschlüpfen. Es gibt immer wieder neue Vorschläge mit diesen Schwierigkeiten fertig zu werden, aber wir haben herausgefunden ,dass die sicherste und einfachste Methode ist, einfach immer wieder neue Sägespäne in die Nistbox zu geben. In der Sägespäne ist ausreichend Feuchtigkeit um ein angemessenes Klima in der Zuchtbox zu schaffen.

Einige Züchter sagen, dass sie keine Sägespäne verwenden, da die Hennen sie aus der Zuchtbox werfen bevor sie beginnen zu brüten. Wir haben herausgefunden dass man diesen Hennen, wenn sie einmal mit dem Legen begonnen haben nach und nach die Sägespäne ins Nest streuen kann, normalerweise akzeptieren sie sie dann.

Die Vorteile der Verwendung von Sägespäne sind viele: sie hält erst die Eier und dann später die Jungen sauber. Sie verhindert, dass sich Futter und Ausscheidungen an die Schnäbel der Jungen kleben und beugt so undershot beaks vor. Sie verhindert weiterhin, dass sich der Dreck an Federn, Krallen und Ringe klebt. Mit ausreichend Sägespäne können alle diese Dinge verhindert werden und man kann sich an sauberen, gesunden Jungen freuen.

Manche Vögel sind „Nass-Fütterer“ was zu einer zu feuchten Atmosphäre in der Zuchtbox führen kann. Dies betrifft vor allem gegen Ende der Brut gelegte Eier, da sie dann verkleben und die Jungen ersticken bevor sie schlüpfen könnten.

Die einzige Art und Weise wie der Züchter die Luft im Brutkasten zu feucht machen kann, ist dass er aus Angst es könnte eine zu trockene Atmosphäre herrschen Wasser hineinspritzt. Dies ist in geringen Maßen zwar in Ordnung, aber man sollte aufpassen, dass man nicht genau das Gegenteil erreicht und vor lauter Übereifer so seine Brut verliert.

(c) direktes Sonnenlicht auf der Nistbox

Es bewirkt sehr hohe Temperaturen im Nistkasten. Die Henne ist erschöpft und die Luft wird sehr stark austrocknet. Dies führt wiederum, wie erklärt, dazu dass die Membran sehr schnell trocken wird wenn das Küken zu schlüpfen beginnt und es erstickt. Nach Sonnenuntergang kühlt die Luft dann sehr stark ab. Die Henne ist ständig diesen extremen Temperaturschwankungen ausgesetzt und die Gefahr, dass sie krank wird ist sehr groß. Dies wiederum kann zu einem Verlust des gesamten Geleges führen. Es lohnt sich sehr darauf zu achten, dass die Nistboxen nie dem direkten Sonnenlicht ausgesetzt sind.

(d) extrem kaltes Wetter

Dies wird oft für den Abgestorbene Eier verantwortlich gemacht und das Beheizen der Zuchtanlage scheint die naheliegende Lösung zu sein. Es ist offensichtlich, dass die Eier in einer kalten Jahreszeit wesentlich schneller auskühlen ,wenn die Henne das Nest verläßt.

Wir haben jedoch herausgefunden dass Vögel die in guter Kondition sind und bis zur Zeit der Verpaarung genügend Freiflug gehabt haben von dem kalten Wetter nicht beeinträchtigt werden. Sie kommen ihren elterlichen Pflichten gut nach und verlassen das Nest nur selten und für kurze Zeit. Kränkelnde Vögel auf der anderen Seite scheinen die Kälte stärker zu spüren und kehren nur ungern wieder auf ihre Eier zurück. In diesem Fall kühlen die Eier zu stark aus und die Jungen sterben bevor sie schlüpfen oder wachsen als Schwächlinge heran und sterben dann auf Grund von der Erschöpfung während des Schlüpfens

4. Fehler am Ei

(a) schmutzige Schale

das Thema wurde oben schon ausführlich behandelt

(b) zu elastische Membran

Wir müssen leider feststellen, dass manche Eier eine zu elastische Membran haben. Man kann dies leicht überprüfen, indem man das Ei öffnet. Die Membran ist wie Gummi, und läßt sich nicht leicht mit der Schale öffnen. Normalerweise ist die Membran trocken und spröde, so dass es für das Junge nicht schwer ist sie mit seinem kleinen Schnabel zu öffnen, wenn es schlüpft. Wenn man in diesem Stadium vorsichtig mit dem Fingernagel auf die Schale drückt bricht sie normalerweise leicht und das Küken kann so befreit werden. Eier mit einer elastischen Membran sind wie Pingpong Bälle sie brechen nicht leicht auf sondern dellen sich eher ein wenn man versucht das Ei zu öffnen.

(c) addled Ei

Wir haben beobachtet, dass man wenn das dritte Ei gelegt wurde, schon feststellen kann, ob das erste Ei des Geleges befruchtet ist oder nicht. Dies kann man sehen, wenn man das Ei gegen das Licht hält: man sieht den dunkleren Dottersack. Ist das Ei befruchtet, sieht man einige Äderchen und den Herzschlag des Küken. Werden die Eier in diesem Stadium stark erschüttert oder wird die Bebrütung aus irgend einem Grunde unterbrochen führt dies dazu, dass der Embryo abstirbt und man sieht dann nur noch einen dunklen Fleck, der den Dottersack darstellt, wenn man das Ei gegen das Licht hält. Natürlich wird sich in diesem Falle kein Junges mehr entwickeln. Bei Säugetieren würde dieser Fall zu einem Abgang führen.

(d) Eischale enthält zu viel Calcium durch verspätetes Legen

Wenn das Ei nach den errechneten Termin gelegt wird, bildet sich eine weitere Calciumschicht aus und die Schale wird unter Umständen zu hart, als dass das Junge sie aufbrechen könnte.

(e) Eischale enthält zu wenig Calcium, hat poröse Stellen

Dies könnte das Ergebnis von mangelhafter Fütterung sein. Es könnten zum Beispiel Mineralien, Grit, Knochenmehl oder Vitamin D an der Nahrung fehlen.

Das Ei trocknet in diesem Fall aus.

5. Fehlentwicklung des Jungen

(a) Fehlentwicklung des Jungen im Ei

Wir wissen von keiner Quelle über dieses wichtigste Schlupfproblem.

In den letzten Jahren haben wir jedes Ei geöffnet, wenn das Junge es nicht geschafft hat zu schlüpfen. Oft mußten wir feststellen , dass das Junge gestorben war bevor es groß genug war um zu schlüpfen. Manchmal schien das Junge aber auch voll entwickelt, war aber von seiner Membran eingeschlossen. Meistens hatte das Junge schon angefangen an der Schale herumzupicken. Wir führten dies auf zu trockenen Luft im Nistkasten zurück, die bewirkt, dass die Membran zu schnell austrocknet und das Junge einschließt. Wir probierten mehrere Methoden aus um die Luftfeuchte in der Nistbox zu erhöhen aber ließen dann von der Verwendung von Wasser ab, da wir feststellten dass es auch dann nicht alle Jungen schafften zu schlüpfen. Einige schafften es nur winzige Löcher von einigen Millimetern in das Ei zu picken bevor sie starben. In jedem Fall hatten die Jungen zuvor einige Stunden lang gepickt.

Wenn wir diese Eier dann öffneten stellten wir fest, dass nicht nur die Membran das Junge gefangen hielt sondern, dass auch seine Lage im Ei das Schlüpfen sehr schwierig oder sogar unmöglich machte.

Wir haben öfters neues Sägemehl in den Nistkasten gegeben und konnten so die Zahl der Jungen die beim Schlüpfen sterben deutlich verringern. Aber dennoch kam es vor, dass die Jungen nur ein kleines Loch in die Schale machten und dann nach langem picken starben. Wir haben die jeweiligen Eier geöffnet und haben festgestellt, dass in den meisten Fällen einer der Flügel des Jungen so über seinen Kopf gelegt war, dass es ihn kaum bewegen konnte. Das erklärt auch warum das Picken des Jungen auf einen kleine Stelle im Ei beschränkt war statt rund herum, wie es für ein erfolgreiches Schlüpfen notwendig wäre. Wenn die Bewegungsfreiheit des Kopfes so eingeschränkt ist, klebt der Schnabel des Jungen irgendwann an dem Loch in der Eischale fest und es stirbt zwangsläufig. Um so trockener die Luft in der Nistbox ist um so schneller passiert es. Wir haben es geschafft einige der Jungen zu retten, indem wir das Loch im Ei mit Kerzenwachs versiegelt haben aber dieser Versuch schlug öfter fehl als er glückte und wir wollen an dieser Stelle nicht zum nachmachen animieren.

Wir haben von den beschriebenen Fällen Zeichnungen angefertigt die hier zu sehen sind.

Wie man hierbei sieht ist in manchen Fällen der Kopf des Jungen so zwischen den Beinen eingeklemmt, dass es dem Jungen völlig unmöglich war die Schale an irgendeiner Stelle anzupacken. In diesen Fällen ist der Tod des Jungen unvermeidbar. Wir sind nicht der Meinung das rechtzeitiges Eingreifen des Züchters, in den hier beschriebenen Fällen, nichts nützen würde, da

wir erst vor kurzem geschafft haben zu beweisen, dass die Jungen die es nicht schaffen zu schlüpfen nicht immer Schwächlinge sind. Eine solche Verallgemeinerung ist nicht zutreffend.

Die Frage ist nur wann man eingreifen sollte. Unserer Erfahrung nach sollte man dem Jungen dann helfen, wenn es bereits ein Loch in die Schale gemacht hat und etwa sechs bis acht Stunden vergeblich an der Schale gepickt hat. In diesem Stadium kann man durch ein Eingreifen mehr Junge retten, als wenn man sie ihrem Schicksal überläßt. Wenn man ihnen helfen will, reicht es nicht aus die Schale rundherum aufzubrechen. Es ist meistens notwendig, dass man die ganze Schale und auch die klebrige Membran vorsichtig entfernt um dem Jungen seine Freiheit zu geben. Man kann sich das Junge allerdings auch aus der unteren Hälfte des Eis selber befreien lassen, so dass es auf die natürliche Weise von der Nabelschnur getrennt wird. Im ersten Fall muß man das Ei herum drehen und das Junge durch gleichzeitigen vorsichtigen Druck aus dem Ei befreien, anschließend muß die Nabelschnur vorsichtig entfernt werden. Falls das Junge schwach wirkt sollte man es in der Hand für einige Zeit anhauchen um es aufzuwärmen, bevor man es ins Nest zurücklegt.

(Abbildung)

Erst kürzlich hatten wir einen sehr interessanten Fall: Ein Junges hatte in ca. sechsstündiger Arbeit ein Loch von nur einigen Millimetern Durchmesser in die Schale gepickt und war dann mit dem Schnabel daran festgeklebt. Als wir das Ei öffneten stellten wir fest das sein Kropf voll von Milch war. Seine Mutter hatte es durch das Loch gefüttert!

(b) junges zu schwach um allein zu schlüpfen

Dies kann seine Ursache in vielen schon beschriebenen Phänomenen haben. Es handelt sich hierbei u.a. um mangelnde Kondition vor allem der Henne, die wiederum unterbrochene Bebrütung zur Folge hat. Ebenso wie Krankheiten der Henne während der Brutsaison, Verschieben und daraus folgendes Auskühlen der Eier, ungenügendes Füttern der Eltern, so dass der Dottersack nicht genügend Mineralien, Vitamine, etc. enthält.

(c) verfrühtes Anpicken der Schale durch das Junge

Das Junge bewegt sich ständig im Ei und manchmal kann es vorkommen, dass sein kleiner Schnabel ein Löchlein in die Schale macht bevor es bereit ist zum Schlüpfen. Genauso wie bei einer Verletzung der Eierschale von außen führt dies natürlich zum Tod des Jungen wie ober bereits beschrieben. Dass das Junge noch nicht bereit war zum Schlüpfen, sieht man daran, dass noch nicht alle Nährstoffe aus dem Dottersack von dem Jungen aufgebraucht worden sind.

(d) genetisch veranlagte Behinderung des Jungen die ein erfolgreiches Schlüpfen verhindert

Dies ist unvermeidbar und kommt bei der Vermehrung aller Lebewesen immer wieder vor. Nur geringfügige Veränderungen der Gene machen das Heranwachsen, die Geburt und das Überleben noch möglich. Je stärker die Veränderung, desto früher stirbt der Embryo ab. Bei Lebendgebährenden Tieren würde dies zu einem Abgang führen.

6. Fehler in der weiteren Umgebung

(a) stören der Vögel in der Nacht

Dies kann durch verschiedenste Faktoren, wie Katzen , Mäuse , Autolichter, plötzliche Geräusche, etc. erfolgen. Jeder dieser Fälle kann dazu führen, dass die Hennen ihre Eier verlassen oder sie zerstören.

Wir hoffen, dass ihnen dieser Artikel weiterhelfen konnte, wenn sie vom Tod der Jungen im Ei oder Schlupfroblemen ihrer Vögel betroffen sind.

Dieser Artikel ist ein Nachdruck aus dem Budgerigar, die offizielle Veröffentlichung von der Budgerigar Society of Australasia Incorporated erfolgte im Heft Juni 1991



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