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Nigel Tonkin und Geoff Lowe interviewten Terry Tuxford,
den Herausgeber des weltbekannten englischen Budgerigar World Wellensittich Magazins
Übersetzung: Florian Böck

Terry gib uns einen kleinen Einblick in deine Beginne in der Wellensittichzucht und erzähle uns, wenn möglich auch welche Rolle deine Frau Yvonne in bezug auf das Hobby spielt.

Die Beginne meiner Wellensittichzucht liegen im Jahre 1977. Ein Freund meines Vaters hatte einen großen Flug bei sich im Garten, in dem er Wellensittiche zur Käfighaltung züchtete. Zu dieser Zeit erfreute er sich an einer hohen Nachfrage an Vögeln für Privathalter. Ich sah darin hauptsächlich die finanzielle Komponente. Zur damaligen Zeit war ich 31 und hatte gerade als halb-professioneller Musiker aufgehört. Ich suchte nach neuen Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung.

Noch im gleichen Jahr baute ich mir mein eigenes Vogelhaus mit zwei separaten Außenflügen. Im Raum waren12 Brutboxen, da ich mich schon damals zur Käfigzucht entschlossen hatte. Die Brutboxen waren von einem anderen Vogelzüchter und nachdem ich meine ersten Vögel darin hatte mußte ich feststellen, dass sie komplett mit der roten Vogelmilbe verseucht waren. Die Wellensittiche habe ich daraufhin entnommen und die Brutboxen komplett ausgeräuchert.

Im Jahre 1978, nachdem ich mit mäßigem Erfolg Hansi-Bubi-Vögel gezüchtet hatte - vielleicht zum Glück - ging ich zur Ausstellung des lokalen Ortsvereins und entdeckte hierbei den Schauwellensittich. Ich habe dort auch einen Züchter namens Maurice Weller getroffen, von dem ich mir einen Nachkommen von Gerald Bink’s Schausieger kaufte. Diese beiden Ereignisse bekräftigten mich in meiner Entscheidung, es mit der Schauwellensittichzucht zu probieren. Ich trat der Budgerigar Society und einigen anderen Vereinigungen bei. Ich begann damit auszustellen, war in den Anfängerklassen recht erfolgreich und gewann 1981 meine ersten Preise.

Ungefähr 1984 war eine Sitzung meines örtlichen Wellensittichclubs, der Northdown Budgerigar Society. Bei diesem Treffen wurde ich zum ersten Vorstand gewählt. Ich halte diesen Posten nun schon seit 10 Jahren. Der Vogelverein bestand zu einem Großteil aus renommierten alten Champions und ich als Neuling zu dieser Zeit, hatte großartige Lehrer zur Hilfe.

1986 ging meine Ehe in die Brüche und ich befürchtete, dass ich meine Vögel aufgeben müsse. Zum Glück machte mir einer meiner Vereinskameraden das Angebot mit ihm eine Zuchtgemeinschaft zu beginnen. Hier entstand dann die ZG Poole und Tuxford, die bis zum heutigen Tag, in sehr guter Harmonie, besteht. Ich habe so das Glück gehabt, dass ich von heute auf morgen in der Championstufe war.

Ich lernte Yvonne kennen und wir heirateten ich Jahre 1989. Sie hatte zu diesem Zeitpunkt mein Hobby, die Wellensittichzucht, schon einige Jahre unterstützt, nachdem sie den anfänglichen Schock bei dem sie feststellen mußte, dass ihr Zukünftiger ein Riesenbaby ist, das mit kleinen bunten Vögeln spielt, verdaut hatte. Wir verbrachten unsere Flitterwochen schließlich in Paris, von wo aus wir auch unsere Wellensittichweltreise nach Kalifornien und Hawaii starteten. Am Abend an dem Gerald Bink’s erstes Enkelkind geboren wurde, feierten wir gemeinsam mit Gerald und seiner Frau Joyce in einem Restaurant, von dessen Terrasse man einen wunderbaren Ausblick auf den Strand von Waikiki hatte. Während dieses Abends stellte Gerald plötzlich die Frage: „ Was denkst du darüber Herausgeber der Budgerigar World zu werden“. In diesem Moment hielt ich das für eine bescheuerte Frage.

Als die Mutation Spangle zum ersten Mal in den England eintraf, war Brian Poole einer der glücklichen die es schafften, mit großem finanziellen Aufwand, einen dieser Vögel in ihren Besitz zu bekommen. Extrem aufgeregt rief er bei uns an und berichtete uns von seiner Eroberung. Wir wollten diesen Vogel natürlich auch sehen und machten uns auf den Weg zu ihm. Wir trafen allerdings genau in dem Moment ein, als er von der Stange fiel. Trotzdem haben dann einige Jahre Spangles gezüchtet, bis wir diese Mutation dann im Jahre 1989 aufgaben. Zu dieser Zeit teilte Yvonne mir mit, dass der Spangle ihr Lieblingsvogel wäre und wir doch mit ihm züchten sollten, andernfalls würde sie selbst anfangen Wellensittiche zu züchten. 1990 trat Yvonne der Budgerigar Society bei und begann ihre eigene Zucht spezialisiert auf Spangles.

1989 fing ich damit an als Schaurichter zu assistieren und wurde als Jungzuchtrichter des Jahres 1992 ausgezeichnet. Von diesem Zeitpunkt an war ich dann vollwertiger Zuchtrichter.

Wie lange bist Du jetzt schon Herausgeber der Budgerigar World?

Ich bin mit der Budgerigar World schon seit ihren Anfängen verbunden. So habe ich zum Beispiel für die zweite Ausgabe einen Artikel verfaßt. Ich wurde zum regelmäßigen Berichterstatter und wirkte auch bei der Organisation der ersten Budgerigar World Schauen mit. Ich war stellvertretender Herausgeber und übernahm die Gesamtleitung ab dem 101. Exemplar. Gerald Binks hatte die ersten 100 herausgebracht. Im Juni 2000 wird nun das 214 Exemplar veröffentlicht d.h. ich bin seit neuneinhalb Jahren Herausgeber.

Welche Veränderungen hast du in unserem Hobby bemerkt? Gib die Antworten bitte aus Sicht der Zeitung und aus Züchtersicht.

Im Großen und Ganzen gab es nur wenige Veränderungen im Hobby. Das gravierendste ist wahrscheinlich der dauerhafte Rückgang der Neuzugänge im Hobby. Trotzdem ist die BW in der glücklichen Lage von sich behaupten zu können, dass sie trotz dieses Rückgangs eine konstant große Leserschaft zu verzeichnen hatte und hat. Was sich geändert hat, ist die Art und Weise der Kommunikation. Heute können wir weltweit unsere Erfahrungen mit anderen Züchtern austauschen. Dies wurde sowohl durch die Budgerigar World, als auch durch Internet und Email erreicht. Diese Faktoren haben dem Hobby meiner Meinung nach wieder mehr Leben eingehaucht.

Bedingt dadurch, dass die BW jeden Monat erscheint muß es für dich doch äußerst schwierig sein immer wieder interessante und neue Beiträge zu bekommen. Wie gehst du dieses Problem an. Planst du immer schon 2-3 Exemplare im Voraus oder kümmerst du dich nur um das nächste Magazin?

Gutes Material für die BW zu finden ist nicht leicht. Ich schicke Woche für Woche 5000-6000 Wörter mit dazugehörigen Fotoaufnahmen an das BW Büro in Bala. Gwyn Evans sortiert diese dann je nach Thema aus und veröffentlicht sie entweder sofort oder in einer der nächsten Ausgaben. Manche Artikel liegen längere Zeit auf Abruf und werden erst später veröffentlicht.

Bis du hauptberuflicher Herausgeber und wenn nicht was machst du hauptberuflich?

Ich bin kein Vollzeitherausgeber, obwohl diese Arbeit Vollzeitarbeit sein könnte. In meinem heutigen Job, den ich nun schon seit 6 Jahren ausübe, klassifiziere ich Service Manager von Großunternehmen, was im Auftrag der britischen Regierung erfolgt.

Ich habe die Zuchtanlagen von vielen europäischen Spitzenzüchtern besucht, in Deutschland, der Schweiz, Skandinavien und Großbritannien. Von all diesen Zuchten hat die von Doug Sadler mit ihrer Größe, ihrem Aufbau und ihrer Sauberkeit am meisten hervorgestochen. Doug selbst sticht bedingt durch seinen unverwechselbaren Charakter und natürlich aufgrund seiner Vögel hervor. Desweiteren ist mir Jo Mannes aufgefallen, dessen Zucht womöglich auch durch ihren Aufbau und Sauberkeit, aber vorallem aufgrund seiner hohen Qualitätsdichte zu den besten gehört. Ich glaube ich habe als ich bei ihm war die Aussage gemacht, er habe von einer Wand zur anderen Qualität sitzen und sonst nichts.

Frank Silva befindet sich momentan in seinen ersten Jahren im Hobby und fällt auch schon aufgrund seiner gut durchdachten Zuchtanlage und seiner Qualitätsvögel auf. Er ist heute schon weiter als viele alte Hasen im Hobby und ich habe ihm vor einigen Jahren vorausgesagt, dass er dem englischen Wellensittich ein Glanzlicht setzen könnte und irgendwann einmal zu den besten Züchtern Europas gehören könnte. Ich glaube ich lag mit meinen Prognosen nicht so falsch.

Was sind deine Eindrücke diese Züchter betreffend. Was sagst du über ihre Zuchtanlagen, ihre Vögel und ihren Einfluß auf das Hobby?

Es gibt einige Gemeinsamkeiten dieser drei Züchter. Eine von ihnen ist, dass alle drei ihr Hobby zum Beruf gemacht haben und jedem Detail extreme Aufmerksamkeit widmen. Desweiteren sind alle drei Geschäftsleute, die auf Erfolg gepolt sind und wenn der Erfolg nicht zu ihnen mit den Wellensittichen gekommen wäre, so hätten sie ihn in einem anderen Tätigkeitsfeld gehabt.

Eine weitere Gleichheit ist Begabung. Ich behaupte, dass sie 80% der Qualität ihrer Vögel mit Können, den Rest allerdings mit Glück züchten. Sie haben im Laufe der Jahre ihr Wissen immer wieder verbessert, ohne aber ihre Grundlinie zu verlassen. Der letzte Punkt den ich hier aufführen möchte sind sonstige Tätigkeiten in großem Maße im Umfeld des Hobbys oder andere das Hobby nicht betreffende Tätigkeiten. Alle drei haben nämlich nicht allzuviele Ablenkungen in ihrer Freizeit und können sich so voll und ganz auf ihre Vögel konzentrieren.

Ich empfinde gegenüber allen die auf irgendeine Art und Weise derart erfolgreich sind, größte Bewunderung, weil es wirklich schwierig ist Vögel auf diesem Niveau über längere Zeit zu züchten. Den wir alle wissen mit Geld und Zeit ist es nicht getan. Man braucht Begabung.

Die Umstände haben es bei dir so gewollt, dass du in einer Zuchtgemeinschaft züchtest. Was sind die positiven und negativen Seiten einer Zuchtgemeinschaft?

Ich habe sehr viel Freude an meiner Partnerschaft mit Brian Poole, aber es ist weit mehr, als eine Wellensittichzüchtergemeinschaft. Wir machen jedes Jahr gemeinsam Urlaub und essen auch regelmäßig zusammen. Wir sind gute Freunde die sich total vertrauen. Für die Nachteile einer Zuchtgemeinschaft sind die jeweiligen Partner selbst verantwortlich. Der größte ist mit Sicherheit das Teilen der anfallenden Aufgaben.

Ich habe auch eine Zuchtgemeinschaft mit Jim Bratt aus Amerika gegründet. Dies war um auch in den USA ausstellen zu können, da ich dies mußte, um dort auch richten zu können.

Wir haben einige Jahre lang zusammen ausgestellt, aber dann wurde Jim ernsthaft krank und mußte die Vögel aufgeben, was auch das Ende für unsere Partnerschaft bedeutete. Yvonne und ich treffen Jim aber immer noch, zuletzt einmal jährlich.

Erzähl uns etwas über den Hintergrund deiner Vögel? Wieviel Einfluß hat Yvonne auf die Vögel im Allgemeinen, auf die Verpaarungen und die Fütterung etc?

Der Hintergrund unserer Vögel ist sehr breit gestreut. Ich habe über 20 Jahre lang Hellflügel gezüchtet. Während dieser Zeit habe ich nur die nötigen Auskreuzungen durchgeführt. So kann ich heute behaupten, dass diese Hellflügel unsere eigene Zucht sind. Unsere blauen und grünen Linien gehen auf Vögel von Gerald Binks und Jo Mannes zurück. Yvonne’s Spangles basierten über zehn Jahre auch auf hauseigener Zucht, sie hat letztens allerdings einige Vögel von Frank Silva erworben. Yvonne ist in vielen Dingen mit dem Hobby verbunden. Sie verhindert es, dass ich mir die Ellenbogen aufschlage, indem sie die Zuchtanlage putzt.

Desweiteren ist sie am kompletten Zuchtmanagement beteiligt. Aufgrund unserer anderen Verpflichtungen im Hobby haben wir nur wenig Freizeit, was eine Arbeitsteilung unumgänglich macht.

Wir haben z.B. gerade eine neue Internetseite (www.bestofbreeds.co.uk)ins Leben gerufen. Auf dieser Seite werden sämtliche Zuchten von Haustieren veröffentlicht, da wird der Meinung sind, dass eine Verbindung von ähnlichen Hobbys sehr von Nutzen sein kann, denn wir können alle voneinander lernen.

Wenn du noch einmal mit dem Hobby beginnen würdest, welche Dinge hättest du anders gemacht? Welche Ratschläge kannst du Anfängern im Hobby geben?

Wenn ich so zurückschaue, dann habe ich wirklich Glück gehabt. Ich habe alle große Schauen Englands gerichtet, inklusive der Club-Schau und der Millenium Convention Schau, beide waren von der Budgerigar Society organisiert. Yvonne und ich haben Australien besucht, wo wir viele Freunde gefunden haben, mit denen wir heute noch Kontakt haben. Wir waren in Neuseeland, Kanada, Amerika und in den meisten europäischen Ländern, all das nur weil wir ein Teil dieses wunderbaren Hobbys sind. Warum um Himmelswillen sollte ich irgend etwas ändern wollen? Der einzige Nachteil ist, dass unsere Vögel wahrscheinlich besser wären, wenn wir uns 100%ig auf sie konzentriert hätten.

Mein Rat an Neulinge ist, dass sie keinen sofortigen Erfolg erwarten sollten. Anfängern im Hobby muß zu Beginn sehr viel geboten werden um sie für das Hobby in großem Maße zu interessieren. Dann besteht auch die Möglichkeit, dass sie es einem eines Tages danken, indem sie dem Hobby treu bleiben. Die Jungzüchter müssen sich den alten Hasen gegenüber tolerant zeigen, wenn diese sich nicht ändern wollen und sie sollten verantwortungsvoll mit ihren Vögeln umgehen.

Zum Schluß noch: Ich habe glaube ich vorhin erwähnt, dass ich meine Musik aufgegeben habe. In Wirklichkeit habe ich noch 10 Jahre weitergemacht, bevor mich die Wellensittichzucht ganz vereinnahmt hat.



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