wahrscheinlich eine Legedarmentzündung

Die Tipps im Forum können in vielen Fällen den Gang zum Tierarzt nicht ersparen! Dennoch bitte ich hier um regen Erfahrungsaustausch!
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Evsey
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wahrscheinlich eine Legedarmentzündung

Beitrag von Evsey »

Guten Abend liebe Community,

Ich bin langsam echt am verzweifeln. So viele Jahre musste ich kaum zum Tierarzt und seit Dezember kommt ein Problem nach den Anderen.
In Dezember fing es damit an, dass Loki ab und an Atemprobleme zeigte, also für kurze Zeit schneller und sichtbarer atmete. Der Tierarzt hat daraufhin einen Abstrich genommen und viele Bakterien unter den Mikroskop gesehen, worauf sie Baytril bekommen hat.
Meine beiden Anderen zeigten zu diesen Zeitpunkt noch keine Symptome, aber die Tage darauf wurden auch sie krank, wobei es am schlimmsten Nori (mein Männchen) getroffen hat. Daraufhin ging eine Odyseey von Tierarztbesuchen, Tests, Medis und wochenlanger Angst los.
Ich versuche es so kurz wie möglich zu halten: Es wurde in einer Uniklinik (weil mein TA im Weihnachtsurlaub war) im Labor auf Bakterien und Pilze getestet, aber beides war negativ. Jedoch meinte die Klinik, dass es auch Chlamydien (wenn ich mich recht erinnere) sein könnten, aber die einen anderen Test erfordern. Mein TA wollte aber nicht noch einen weiteren Test abwarten und hat den anderen beiden auch Antibiotika gegeben, sowie Ac-i-prim und Ivomec als Inhalat (um die Nebenwirkungen der Antibiotika auszugleichen).
Ende Januar schien es ihnen dann endlich besser zu gehen bis auf Loki. Sie hatte immer noch Phasen, wo sie kurz schneller atmete, aber diese Phasen häuften sich immer mehr. Ansonsten verhielt sie sich normal oder eher gesagt, sie war noch aktiver als sonst. (Was aber leider nix heißt, weil Vögel die besten Schauspieler sind.) Da ich nun eh monatlich zum TA muss wegen die Hormontherapie meines Männchens, habe ich Loki gleich mitgenommen. Er wollte aber erstmal abwarten und sie nicht schon wieder mit Antibiotika vollpumpen, in der Hoffnung sie braucht nur Erholung und das Inhalat.

Vor ein paar Tagen ist mir aufgefallen, dass Loki vor der Kloake eine leichte Wölbung am Unterbauch bekommt. Die ist innerhalb weniger Tage so gewachsen, dass es Dienstag früh so groß wie ein Ei war. Ich habe daraufhin sowas wie Legenot befürchtet und bin mit ihr zum Arzt gefahren bin. Er hat sie geröngt und ihre ganzen Organe sind auf den Röntgenbildern nicht mehr sichtbar, weil darüber eine große graue Masse liegt.
Er meint, dass der Legedarm sich komplett ausgedehnt hat mit Flüssigkeit durch eine Entzündung. Sie hat die selbe Hormonspritze (Enantone Gyn) bekommen wie mein Männchen und für Zuhause habe ich Schmerzmittel (Melosus) & Antibiotika (Baytril). Er meinte, dass er da sonst nicht viel machen kann & wir uns in 3 Wochen sowieso sehen. Auch wird es ein paar Tage dauern bis die Medis anschlagen.

Da ich aber komplett ruhelos bin, wenn was mit meinen Kleinen ist, habe ich das Internet durchgewälzt.
Ich habe u.a. gelesen, dass ein Ultraschall besser gewesen wäre, weil man kleine Teile von kaputter Eierschale manchmal nicht beim Röntgen sieht & es meist zu einer OP kommt. Von einer OP hat mein TA kein Wort erwähnt, ich denk, er will es so gut es geht vermeiden, weil's so risikohaft ist. Aber ich habe auch durchgehend Angst, dass es mehr wird & sie erstickt. Sie hatte am Dienstag 8g mehr durch das ganze Wasser. Die letzten zwei Tage hat es sich leider leicht vergrößert.
Ich weiß nicht, was ich jetzt machen soll. Ich bin darauf und dran mit ihr Morgen wieder zu fahren, aber ich vermute der TA kann auch nicht viel mehr machen, außer sie zu operieren?
Wiederum habe ich aber auch Angst, dass es am WE brenzlig wird und ich dann Probleme habe an einen vogelkundigen Tierarzt zu kommen, wenn ich Morgen nicht fahre.

Hat jemand von euch schon Erfahrungen mit einer Legedarmentzündung gemacht?

Ich habe ihr gestern auch Brennesseltee zum Entwässeen geholt, aber am Telefon meinte die Schwester nach Absprache mit dem Tierarzt, dass es nichts bringt bei einer Entzündung.
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Re: wahrscheinlich eine Legedarmentzündung

Beitrag von Neandertaler »

Das ist ja wirklich eine Odyssee!

Einen Test auf Clamydien sehr ich nicht als notwendig an. Durch die Baytril-Behandliung werden keine Bakterien mehr zu finden sein.

Eine Legedarm-Entzümdung ist nichts Ungewöhnliches. Eine Medizingabe gegen allgemeine Entzündungen wäre eine Chance. Dass da ein Ei im Legedarm ist oder war, ist sehr unwahrscheilich.

Es ist schwer, jetzt einen Ratschlag zu geben. denn Du bzw. der Tierarzt hat bereits alles versucht,was aus meiner Einschätzung zu einen Besserung hätte führen können.
Mit Züchtergruß
aus dem Neandertal
Gerd Bleicher
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Re: wahrscheinlich eine Legedarmentzündung

Beitrag von Evsey »

Danke schön für deine schnelle Antwort.

Im Endeffekt konnte ich erst am 16ten zum Tierarzt, da mein Tierarzt die Woche davor ein paar Tage nicht anwesend war. Da es ihr ihr nicht schlechter ging, habe ich ihr nicht noch die doppelt so lange Fahrt nach einen anderen vogelkundigen Tierarzt angetan.
Wir haben uns am Montagmorgen schon am Telefon uns auf eine Punktion geeinigt.

Als ich dort ankam und er sie untersuchte, war die Schwellung jedoch nicht mehr weich und nachgiebig, sondern hart. Beim Ultraschall hat sich dann heraus gestellt, dass der Wasseranteil inzwischen gering war und stattdessen der Großteil hart. Er hat daraufhin einen schnell wachsendenden Tumor vermutet. An den Tag hatte sie bereits 62g.
Er hatte mir Schmerzmedis mitgegeben und hat Hoffnung, dass die Hormonspritze noch anschlägt.
Mir war da schon klar, dass ich sie operieren lasse, wenn sich ihr Zustand verschlechtert. OPs sind zwar riskant bei Wellis, aber das finde ich alle Male besser als sie gleich einschläfern zu lassen.

In der Nacht auf den Donnerstag hatte sie leider wieder schwere Atemprobleme und ich hatte Angst, dass sie es nicht mehr schafft. Sie hat zum Glück die Nacht überlebt und die Atmung hatte sich wieder etwas gebessert, aber die leise knisternde Atmung blieb.

Glücklicherweise hatte ich innerhalb eines Tages einen Termin bekommen bei meinen TA. Gestern war es dann soweit und sie wurde operiert. Kurz nachdem sie in den OP kam, wurde ich rein gerufen und der TA hat mir gesagt, dass es leider nicht der Legedarm ist. Er hat mir angeboten, dass ich es mir selbst ansehe und mir dann auch gezeigt, dass der Legedarm ganz normal ist und darunter ein großes Geschwür ist. Trotz der Größe, war das Geschwür kaum zu sehen, weil es halt und zwischen den anderen Organen lag.
Er konnte nicht genau sagen, ob es die Eierstöcke oder eine Niere war, weil es schon so verwachsen war. In beiden Fällen würde eine OP jedoch nicht mehr helfen, deshalb hat er gefragt, ob er sie erlösen soll, weil sie damit nicht mehr lange leben würde.
Ich habe mich schweren Herzens dafür entschieden, weil meine größte Angst war, dass sie eines Tages mit schrecklichen Schmerzen sterben oder daran ersticken würde.
Es war besonders schwer, weil sie die letzten Wochen so agil und fröhlich wie lange nicht mehr war. (Sie war einige Zeit ziemlich ruhig und zurückhaltend, als sie immer mehr an Sehstärke verloren hat.)

Als ich sie abgeholt habe, hat er mir den Tumor (oder viel besser gesagt, dass was er "rausbekommen" hatte, weil er nicht alles entfernen konnte) gezeigt. Es hat 6g gewogen.
Ich bin nur froh, dass ich alles versucht habe und auch die OP bereue ich nicht, denn es war die letzte Chance und somit hatten wir alle Klarheit. Auch bin ich dankbar, dass mich der TA immer so sehr mit einbezieht, indem er alles zeigt und erklärt. Sonst wäre es noch schlimmer gewesen.
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Re: wahrscheinlich eine Legedarmentzündung

Beitrag von Neandertaler »

Es tut mir sehr leid, dass Du Deinen Wellensittich verloren hast.

So ein Vogel hat praktisch genausoviel Organe wie wir Menschen auch, und wie jeder Mensch an allem Möglichen erkranken kann, ist das auch beim Vogel möglich. Bei einer Diagnose und Therapie ist es beim Vogel schwerer, denn er kann uns nicht sagen, wo die Schmerzen herkommen. Und bei Wellensittichen ist es so, dass sie eine Krankheit verstecken wollen, denn ein Schwarm stößt kranke Vögel aus. Das kommt durch den Selbsterhaltungstrieb der gesunden.

Sehr häufig erkennen wir erst recht spät, wenn der Vogel ein Gesundheitsproblem hat, meistens ist es dann leider schon zu spät.
Mit Züchtergruß
aus dem Neandertal
Gerd Bleicher
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